die Berliner Polizei

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Im Urteil des New Yorker Polizeikommissars RICHARD ENRIGHT.

Polizeikommissar RICHARD ENRIGHT hat sich in Berlin bereits in Worten höchsten Lobes ĂĽber die dortige Polizei geäussert; er war Augenzeuge der grossen Demonstration „zum Schutze der Republik“, er sah die Hunderttausende in musterhafter Ordnung und mit tiefem Ernste gegen die Intriguen und Ränke der monarchischen Klique protestieren und bewunderte die Massen, die ohne nennenswertes Polizeiaufgebot, selbst dafĂĽr sorgten, dass keinerlei Ruhestörungen oder Ausschreitungen vorkamen. Das amerikanische Volk ist bekannt fĂĽr seine tadellose Haltung bei Massendemonstrationen und grossen Ansammlungen; Kommissar Enright hielt indessen mit seinem Lob fĂĽr die Berliner nicht zurĂĽck, weil dort diese „Selbstzucht“ der Massen fast ohne jede Polizeiaufsicht geschah, während hier doch immer der Blaurock dabei sein muss, wenn auch nur pro forma.

Kommissar Enright hat die Berliner Polizei während seines Aufenthaltes bis in’s Kleinste studiert und die Summe seines Studiums im folgenden zusammengefasst:

„Ich traf am 2. Juli in Berlin ein, gerade rechtzeitig, um der grossen Protestkundgebung gegen die monarchischen Umtriebe am 4. Juli beizuwohnen.

An diesem Tage wurde in allen Geschäften um ein Uhr mittags der Betrieb eingestellt, und Eisen- und Strassenbahnarbeiter, Droschkenkutscher, Kellner, Küche, Büro- und andere Angestellte gingen bis 6 Uhr abends an den Streik.

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vom MĂĽnchener Oktoberfest

aus dem Kunstmuseum Hamburg.


Wie ein ruhender Pol in der Erscheinungen Flucht, wenigstens für Bayern und für die zahlreichen Touristen, denen die neugebackene Vornehmheit noch nicht so sehr in die Glieder fuhr, dass ihnen der schöne deutsche Süden nicht mehr gut genug ist und die daher in die Modebäder des Auslandes rennen müssen, wird demnächst in der Woche vor und in der Woche nach dem ersten Sonntag im Oktober auf der Theresienwiese zu München abermals das Oktoberfest gefeiert werden.

Wieder wird das am Rand der Wiese auf einer Anhöhe stehende Standbild der Bavaria, ein handfestes Frauenzimmer, dem man es gern glauben möchte, dass es bei Schwarzbrot und Kas, Radi und dunklem Starkbier gross geworden ist, und das das ganze Jahr hindurch in geruhiger Einsamkeit sich langweilen muss, zwei Wochen lang auf ein recht buntes Leben und Treiben herabblicken.

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Man muss sich langsam von dem Gedanken freimachen, das es die Hauptaufgabe der Polizei sei,

Marko sagt

Man muss sich langsam von dem Gedanken freimachen, das es die Hauptaufgabe der Polizei sei, die Bevölkerung vor Kriminellen zu schützen, in dem sie diese aus dem Verkehr zieht. Hier in Hamburg war gerade gut zu beobachten, wozu die Polizei jetzt vornehmlich gebraucht wird, nämlich die Politiker vor der Bevölkerung zu schützen. Bei der OSZE-Konferenz lies sich der Debattierclub von 52 Außenministern durch sage-und schreibe 13000 Polizisten schützen, die zum Teil auch auf der Alster rumschipperten, während die Damen und Herren am Alsterrand fein speisten. Steinmeier hat anschließend noch die Anwohner, deren Leben durch die Veranstaltung massiv beeinträchtigt wurde, in einer Zeitungsanzeige verhöhnt, in dem er für das aufgebrachte Verständnis dankte.
In dem Zusammenhang wĂĽrde ich die 1000 Neueinstellungen als Schutzstaffel der Politik einordnen.

Ich gebe Ihnen in allem Recht.

heiko wulz sagt

Ich gebe Ihnen in allem Recht. Nur nicht beim letzten Punkt. Am Tag X wird kein einziger Polizist irgendwen an irgendeinem Ort verteidigen. Ich weiß es von mehreren Bekannten mit Dienstgrad Ober- oder Hauptkommissar – jeder wird versuchen, die 3-5 Stück MP5, die 1-2 G3 und die Restmunition aus der Hauptwache zu ergattern und so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Wer glaubt, daß irgendwelche Hunderschaften Polizisten gegen aufbegehrende Flüchtlinge „kämpfen“ oder uns verteidigen werden – naiv, setzen, 6. Heisst im Umkehrschluß, daß es bei Beginn solcher Unruhen noch viel schneller zu Zuständen kommt, die sich die allermeisten nicht einmal im Traum vorstellen können.