Vergesst die deutsche Sprache nicht!

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Nach diesen schmachvollen Jahren der Anfeindung und Verleumdung haben wir Amerikaner deutschen Blutes heilige Pflicht zu erfĂĽllen. Eine der ersten und wichtigten ist wohl die, dass wir uns auf uns selbst besinnen, und in unserem eigenen Hause anfangen. Deutsch sein heisst wahr sein! Darum dĂĽrfen wir uns nicht selbst betrĂĽgen……darum mĂĽssen wir bei unseren Kindern anfangen und vor allen anfangen darauf achten, dass ihnen unsere gute Muttersprache nicht verloren gehe. Die Sprache eines Volkes wird auch fĂĽr andere Nationen um so wichtiger und notwendiger, je mehr das betreffende Volk an einer Entwicklung der Zivilisation beteiligt ist, je mehr es zum Aufstieg von Literatur und Wissenschaft beigetragen hat und je weitreichender seine Handels- und deren Beziehungen zu der ihrigen Welt sind.

Vor dem Kriege war die deutsche Sprache auf dem Gebiete der Wisschaft die führende. Diese Vorherrschaft hatte sie im Laufe des Jahrhunderts, und besonders in den letzten vierzig Jahren, verhältnismässig rasch erlangt. Jeder Studierende, der sich im Bereich der Philosophie, Chemie, Physik und anderer Wissenschaften und sogenannter Halbwissenschften, deren Thesen durch neuhinzugewonnene Kenntnisse und Entdeckungen immer wieder erweitert und verändert werden, auf den Laufenden halten will, muss sich mit den diesbezüglichen neuen deutschen Veröffentlichungen bekannt machen. Noch ausgeprägter wurde diese Vorzugstellung der deutschen Sprache durch den biss und die Tüchtigkeit deutscher Uebersetzer, durch deren Uertragungen ins Deutsche oft beutende, in weniger bekannten Sprachen wie Holländisch und Russisch herausgegebene Werke und Wissenschaft der Allgemeinheit allein zugänglich gemacht werden. Der prachtvoll organisierte deutsche Buchhandel trug ebenfalls seinen nicht zu unterschätzenden Teil zu dem Siegeszug der deutschen Sprache bei. Dies sind Tatsachen, die nicht bestritten werden können, ebenso wenig wie Deutschlands Einfluss auf Zivilisation, Literatur und Handel in Frage gestellt werden kann.

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Die Aufgaben der deutschen Frau in Deutsch-SĂĽdwestafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Wenn Deutsch-Südwestafrika wirklich ein deutsches Land werden soll, so muss in ihm die deutsche Frau möglichst bald in gleicher Weise eine Stätte finden wie der Mann. Wir hier in der Heimat als die glücklich Besitzenden werden uns dessen meist gar nicht bewusst, wie sehr zum echten Typ des Deutschtums die deutsche Frau gehört; erst dort, wo sie fehlt, erkennt man dies deutlich an dem, was dann fehlt. In der Priesterin des häuslichen Herdes fehlt der Grund-und Eckpfeiler des Familienlebens. Ohne Familienleben aber gibt es für den Deutschen da draussen auf die Dauer kein wahres Heim, und wo dem Deutschen das Heim fehlt, da ist nicht seine Heimat. Südwest soll und muss aber von den Deutschen, die dort wirken und leben, als ihr neues Heimatland betrachtet werden, wenn anders es ein deutsches Land werden und bleiben soll. Südwest ist jetzt völkisch und kulturell betrachtet in seiner Gesamtheit noch kein deutsches Land. Der ganze Süden des Schutzgebietes trägt mehr burisch-britischen als deutschen Charakter, und im ganzen Lande ist das Deutschtum noch nicht seinem vollen Inhalte nach gefestigt. Man hört sehr oft den Satz, dass fern von der Heimat das Deutschtum besonders hell und klar erstrahle. Der Satz klingt sehr schön, aber er trifft in dieser Allgemeinheit nicht zu. Die deutsche Natur ist an sich schon sehr aufnahmefähig für Fremdkörper; deshalb dringen Fremdes und Fremdartiges in der Ferne sehr leicht und sehr nachhaltig in deutsches Wesen ein. Hier wird in Südwest noch viel gesündigt. Selbst die, denen die beste Bildung als Schutz ihres deutschen Wesens zur Seite steht, sie vergehen sich doch fast ausnahmslos beim Gebrauch ihrer Muttersprache, die sie mit allen möglichen und unmöglichen Brocken aus der Sprache der sonst doch keineswegs gleichwertig erachteten Hottentotten und Hereros und der Buren verunzieren. Es ist schmerzlich und peinlich zugleich, eine so verschimpfte Muttersprache mit anhören und bemerken zu müssen, dass das Würdelose eines solchen Gebarens selbst von den Gebildeten noch nicht allgemein empfunden wird. Hier mag die deutsche Frau, hier mag die Mutter der Muttersprache wieder zu der stolzen Stellung verhelfen, die ihr gebührt, und ohne die das ferne Land kein deutsches Heimatland wird. Wir brauchen in Südwest jedoch die deutsche Frau nicht allein zur Schaffung und Aufrechterhaltungdeutschen Heimatbegriffes und des deutschen Heimatgefühles, wir brauchen sie bitter notwendig auch zur Festigung des Rassebewusstseins. Die Hunderte von Kindern aus Gemeinschaften von Farbigen und Weissen, die man überall im Lande antrifft, sind eine namenlos traurige Erscheinung. Jedes einzelne dieser unglücklichen Geschöpfe ist ein Sinnbild des Niederganges und der Entartung einer Rasse. Für solche Kennszeichen der Rasseentartung aber ist kein Platz im Bilde von Südwest, und unsre einzige Siedelungskolonie kann keinen Raum haben für eine Mischlingsbevölkerung. Hier helfen freilich nicht schöne Theorien, nicht doktrinäre Erörterungen, nicht moralisierende Ermahnungen und Traktate, hier hilft allein die Anwesenheit und das Wirken und Walten einer genügend grossen Anzahl deutscher Frauen und Mädchen.

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Zur deutschen Frage in Amerika.

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Der Kampf um deutsche Kultur in Amerika.

(1886.)

Für den denkenden Deutschen gibt es heute wirklich eine deutsche Frage in Amerika, die endlich einmal zum Austrag gebracht werden muß. Freilich existiert sie eigentlich schon lange, und jede Schule, jede Kirche, jeder Verein ist ein Versuch, sie zu lösen.

Niemand wird nun leugnen wollen, daß alle diese Versuche, dem deutschen Charakter so recht gemäß, vereinzelte, zersplitterte waren, so ganz im seligen bundestaglichen Geiste, daß ihnen ein gemeinsamer, kräftiger, großer Zug fehlte. Nur ein Motiv liegt allen Bestrebungen verborgen oder ausgesprochen zugrunde, und das ist — sonderbar und charakteristisch genug — die Religion. Im Einklang oder im Widerspruch zur religiösen Weltanschauung haben die Führer der verschiedenen Parteien das Deutschtum zu erhalten gesucht. Nun hat sich seit einigen Jahren jedoch ein Umschwung vollzogen. Allen Schreihälschen zum Trotz, die sich im stillen für Bismarcke halten, hat die Wiedererrichtung des Deutschen Reiches auch uns aufs tiefste beeinflußt. Der gewaltige Hauch nationaler Begeisterung hat über den Ozean her auch uns berührt. Wir fühlten uns nicht mehr allein als Bayern, Schwaben und Krähwinkler, nicht mehr bloß als Protestanten, Katholiken oder Atheisten, sondern als Deutsche. Und während wir mit stolzer Freude, wie ein Mann, der über Nacht reich geworden ist, uns darauf besinnen, daß wir einem Volke angehören, das viel größer ist, als wir eigentlich gedacht hatten, sehen wir, wie die Amerikaner in ihren besten Erziehungsanstalten durch Erlernung der deutschen Sprache sich die Schätze deutschen Geistes anzueignen streben. Wahrlich, wir wären ein unbegreiflich verblendetes Geschlecht, wollten wir nicht wenigstens erhalten, was diese erst mühsam anstreben.

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