Anfang in der alten Welt

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Verzeichnis der Abbildungen:
Alfred the Great
Alfred-Poem
Armor-Weapons
Cannon-Gunpowder
Caravan-Desert
Castle
Castle-Crusader
Cellini-Statue
Columbus-Plan
Columbus-Ship
Duke William-England
Empire-Roman
English-Cathedral
Havana-Cuba
Hunnen-Germane
Hunter
Knight-Horseback
Knight-King
Knights-Crusade
Knights-Tournament
Magna-Charta
Map-England
Marco Polo-China
Marco Polo-Khan
Medieval-Town
New World-Discovered
Montserrat-Spain
Queen Isabella-Columbus
Robin Hood-Nottingham
Roman Warrior-Roman Citizen
Roman-Emperor
Roman-Teuton
Scythe-Peasant
Soldier-Roman
Teutonic-Warrior
Teutonic-Warrior-Attack
Town-Walled
Viking-Ship
Vinland-Viking
William Caxton-Printing
Wotan

Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Feldgeister

TextĂŒbersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg

Wie im Walde, so treiben auch in Feld und Flur die elbischen Geister ihr Wesen. Erst mit dem Beginne des regen Ackerbaues, als der Germane seine AbhĂ€ngigkeit von Saat und Ernte tief empfand, konnten sich die Korngeister entwickeln. Die Feldgeister sind Windelbe; der Wind ist der Beförderer oder Vermittler der Befruchtung. Ins Wiesengras oder in das Kornfeld sah man Wind und Wolke sich schadend oder befruchtend niederlassen. Daher stellte man sich vor, daß die in Wetter und Wolken waltenden MĂ€chte auch in Feld und Acker hausten. Wallt der Wind im Korne, sq sagt man, „die Windkatzen laufen im Getreide, die Wetterkatzen sind drin“; man warnt die Kinder, Kornblumen zu suchen, damit sie der Bullkater nicht hasche. Ebenso redet mau von Hasen, BĂ€ren, Wölfen, Hunden, Windsauen, Böcken, die im Getreide gehen, wenn es in Wellen wogt oder, in der‘ Sprache des Landmannes, wolkt. Die Volksphantasie sieht diese tiergestaltigen Wesen auch sonst im Getreide liegen, und der Bauer mahnt davon ab, ihnen zu nahen. Man spricht von einem einzelnen Wesen dieser Art oder von einer ganzen Schar; „der Wolf geht im Korn“, oder „die Wölfe jagen sich im Korn“. Beim Schneiden oder MĂ€hen des Getreides flieht der KorndĂ€mon von AckerstĂŒck zu AckerstĂŒck. Wer wĂ€hrend der Erntearbeit krank wird, der ist unversehens auf ihn gestoßen, den hat der Roggenwolf untergekriegt, den hat der Erntebock gestoßen. Wird die letzte Garbe gebunden, so hat sich der Kornstier, der Roggenwolf, die Roggensau, der Getreidehahn in sie geflĂŒchtet. In Anhalt rufen die Schnitter: „der Hase kommt bald“, „paßt auf, wie der Hase herausspringt“! Das Abschneiden des Getreides und Wiesengrases ist zugleich der Tod des KorndĂ€mons. Diese Tötung wurde spĂ€ter dramatisch dargestellt, löste sich von der Ernte Schritt fĂŒr Schritt los und wurde als „Hahnschlagen“ eine selbstĂ€ndige Volksbelustigung zu verschiedenen Zeiten des Jahres. Nach anderer Auffassung aber ist die Tötung des Korngeistes ein Frevel, der mit dem Tode des TĂ€ters gebĂŒĂŸt werden muß.

Daher stammt der Aberglaube, daß der Schnitter des letzten Kornes sterben mĂŒsse. Nach der gewöhnlichen Annahme findet der Korngeist jedoch keineswegs durch die Sense des Schnitters den Untergang. Er lebt, so lange es noch irgendwo unausgekörntes Getreide gibt. Mit der letzten Garbe, in die er sich flĂŒchtet, wird er ergriffen, auf dem letzten Erntefuder thronend heimgebracht und lebt auch unter Dach und Fach fort und verbreitet seine Segnungen. Jubelnd wird die den Korngeist darstellende Puppe vom Felde hereingeholt und mit schönem Spruche dem Gutsherrn ĂŒberreicht, der das Erntebier spenden muß. Sie erhĂ€lt ihren Platz auf der Vordiele des Herrenhauses, wird zur Seite der HaustĂŒr, an dem Hausgiebel oder auf dem Dache befestigt und bleibt hier, bis im nĂ€chsten Jahre eine neue Erntepuppe die alte ersetzt. Zuweilen glaubt man, daß der auf dem Gehöfte des Bauern ĂŒberwinternde Korngeist im nĂ€chsten Jahre mit dem Keimen der Pflanzen seine Verrichtungen im Leben der Natur wieder antritt.

Wie man die Kinder warnt, in die Erbsenbeete zu gehen, denn da sitze oder liege der Roggenbock, Haferbock, Erbsenbock, Bohnenbock, so warnt man sie auch, das Kornfeld zu betreten, um die blauen Kornblumen zu pflĂŒcken:

„Laß stehen die Blumen, geh nicht ins Korn,

Die Koggenmuhme zieht um da vorn.

Bald duckt sie nieder,

Bald guckt sie wieder:

Sie wird die Kinder fangen,

Die nach den Blumen langen.“ (Kopisch).

Neben den tiergestaltigen Korngeistern gibt es auch menschengestaltige. Wenn der Wind im Korne Wellen schlĂ€gt, zieht die Kornmutter ĂŒber das Getreide oder laufen die Kornweiber durch das Getreide. Andere Namen sind Weizen-, Gersten-, Korn-, Flachsmutter, Kornfrau, Kornweib, Roggenweib, Korn-, Roggen-, Erbsen-, Weizen-, Hafermuhme, Großmutter, alte Mutter, die Alte. Vor dem Kornmann im Getreide warnt man die Kinder an vielen Orten, auch vor dem wilden Mann im Saatfeld, der mit eisernem KnĂŒttel werfe, vor den zwerghaft gedachten GetreidemĂ€nnchen. Aber auch Grummetkerl, KleemĂ€michen, Grasteufel, der Alte ist der‘DĂ€mon geheißen. Die Kornmutter hat feurige Finger, teergefĂŒllte oder mit glĂŒhenden Eisenspitzen versehene BrĂŒste, sie sind so lang, daß sie wie die wilden Weiber diese ĂŒber die Achseln schlagen kann: ein sinnlich symbolischer Ausdruck der VegetationsfĂŒlle. Mit ihren Doggen jagt sie ĂŒber den Acker hin oder sitzt selbst in Wolfsgestalt im Korne, von kleinen HĂŒndchen begleitet, die die verlaufenen Kinder in ihre eiserne Umarmung fĂŒhren. In Westfalen haust der Hafermann im Felde, mit großem schwarzem Hute und einem gewaltigen Stocke; er fĂŒhrt die Begegnenden durch die Luft hinweg, umwandelt die Kornbaufen, verlockt und neckt den Wanderer. Hat der Wind das Getreide an einer Stelle nach allen vier Seiten gelagert, so hat der Alte dort gesessen. Wie man die letzten GetreidebĂŒschel als Talisman stehen lĂ€ĂŸt, weil sich der tiergestaltige KorndĂ€mon in sie zurĂŒckgezogen hat, so ließ man in Anhalt an der letzten Ecke des zuletzt geschnittenen Feldes einige Halme ĂŒbrig: „die mag die Kornmuhme verzehren“. Über ganz Deutschland ver– breitet, aber erst seit dem 13. Jhd. bezeugt, ist ein Brauch, der sich an den Namen des Alten knĂŒpft. Wer das letzte Korn schneidet oder bindet, dem ruft man zu: „Du hast den Alten, und mußt ihn behalten“ (d. h. den Winter ĂŒber ernĂ€hren). Aus der letzten Garbe ward eine Puppe in Mannesgestalt gefertigt und bekleidet: die MĂ€her und Binderinnen strömen herbei, rufen jubelnd seinen Namen und knieen nieder, kĂŒssen auch wohl die Kornfigur. Vom Felde wird dann der Alte feierlich heimgetragen oder hereingefahren. Zuhause wĂ€lzen die Arbeiter die Puppe dreimal um die Scheune, setzen sie auf dem Hofe nieder, bilden einen Ring um sie, umtanzen sie dreimal, nehmen sie mit an das Erntemahl, setzen ihr Speise und Trank vor und laden sie zum Essen ein. * Die letzte Binderin eröffnet mit dem Strohmann den ersten Tanz auf der Dreschdiele. SpĂ€ter wird er in der Scheune oder im Herrenhause aufgehĂ€ngt Der Hofherr soll ihn da wohl in acht nehmen, heißt es in der gereimten Ansprache an jenen, er werde ihn behĂŒten Tag und Nacht.

Text aus dem Buch: Deutsche mythologie in gemeinverstÀndlicher darstellung (1906), Author: Paul Herrmann.

Siehe auch:
Deutsche Mythologie – Seelenglaube und Naturverehrung
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Deutsche Mythologie – Die Seele in Menschengestalt
Deutsche Mythologie – Der Aufenthaltsort der Seelen
Deutsche Mythologie – Der Seelenkultus
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Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister
Deutsche Mythologie – Der MĂŒtter- und Matronenkultus
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Deutsche Kultur des Mittelalters in Bild

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Bildverzeichnis der Abbildungen unten.









































































Bildverzeichnis:

Apotheke 15. Jahrhundert
Ärztliche Instrumente 15.Jahrhundert
Auflegen von Schröpftöpfchen
Bauernhof – Albrecht DĂŒrer
Belehnung
Berthold von Regensburg
Bestrafung Mittelalter
Blide – Wurfmaschine
Buchdruckpresse
Burg Dankwarderode Braunschweig
Burg Eltz
Burghof
Dörfliche Landschaft II
Dörfliche Landschaft
Festung 14. Jahrhundert
Folterwerkzeuge
gedeckte BrĂŒcke
Geißler – Konstanzer Chronik
Gerichtssitzung
Germane
GermanenschmuckstĂŒcke
Germanische Gesandschaft an Kaiser Marc Aurel
Germanischer BĂŒndnisschluss
Gogen Wismar
Gotische Harnische
Gotische Whonstube
Hans Burgkmair – Kinderstube
HausgerĂ€t und GebrauchsgegenstĂ€nde – Kupferstich
Hexen bei Bereitung eines Zaubertrankes
Kaiser Karl IV.
Kaiser Maximillian I. im Krönungsornat
Kampf zwischen Germanen
Karte von Deutschland – Liber chronicarum
Kinderspielzeug Mittelalter
Kloster in der Landschaft
Köln Mittelalter
Lehnseid
Liber chronicarum – Deutsches Reich
Marienkirche LĂŒbeck
Mathematik und ihre Anwendungen – Margarita philosophica
Mauthaus NĂŒrnberg
Meister der heiligen Sippe – Tafelbild
Miniaturen Evangeliar Ottos III.
Mönche beim Klosterbau
MĂŒnzen Germanen
Musikalische Instrumente – Holzschnitt
Ordensburg Marienwerder
Paternostawerk
Plan des Klosters Maulbronn
Reisewagen Mittelalter
Reiterkampf 13. Jahrhundert
Ritter 13. Jahrhundert
Salinenhebewerk
Schweizerchronik
Siegel König Ludwigs des Deutschen
SpÀtmittelalterliche Ritter
SpÀtromanisches Portal
St. Galler Handschrift der Lex Galica
Stephansdom Wien
Stiftskirche St. Peter Fritzlar
Sturm auf eine Stadt 15.Jahrhundert
Trachtwagen
Turnier von Herzog Albrecht von Bayern
VerkĂŒndung des Gerichtsurteils
Waffen Ritterzeit
Wallfahrt
Wohnung Mittelalter
Wurfmaschine Mittelalter
Hirschjagd – Lucas Cranach
MĂŒnzwerkstĂ€tte Mittelalter
Raufende Bauer 15. Jahrhundert
Landstreicher auf der Landstrasse
Zeichnung des FĂŒrsten Waldburg-Wolfegg

Abbildungen aus dem Buch: Deutsche Kultur des Mittelalters in Bild und Wort (1912), Author: Herre, Paul.

Nordische Mythologie

von Kunstmuseum Hamburg







Nordische Göttersage – Sammelkarten





Kunstwerke aus der altnordischen Mythologie

Christoffer Wilhelm Eckersberg
(1783-1853)


Der Tod Baldur


Loki and Sigyn

Nils Blommér
(1816-1853)


Freyja Seeking Her Husband


Idun and Bragi


Heimdall Returns Brisingamen to Freyja


NĂ€cken och Ägirs döttrar

Peter Nicolai Arbo
(1831-1892)


The Asgard Ride


Valkyrie


Night and Hrimfaxi


Day

Hakon the Good

Walhall – Germanische Götter- und Heldensagen



























von Kunstmuseum Hamburg

Siehe auch:

Deutsche Mythologie – Seelenglaube und Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Der Seelenglaube
Deutsche Mythologie – Die Seele als Atem, Dunst, Nebel, Schatten, Feuer, Licht und Blut
Deutsche Mythologie – Die Seele in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die Seele in Menschengestalt
Deutsche Mythologie – Der Aufenthaltsort der Seelen
Deutsche Mythologie – Der Seelenkultus
Deutsche Mythologie – Zauberei und Hexerei
Deutsche Mythologie – Der Maren- oder Alpglaube
Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister
Deutsche Mythologie – Der MĂŒtter- und Matronenkultus
Deutsche Mythologie – Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Naturerscheinungen in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Elfen und Wichte
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Zwerge
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Hausgeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Wassergeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Waldgeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Feldgeister
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Name und Art der Riesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Luftriesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Berg- und Waldriesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Wasserriesen
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Deutsche Mythologie – Name und Zahl der Götter
Deutsche Mythologie – MythenansĂ€tze und Mythenkreise
Deutsche Mythologie – MythenansĂ€tze und Mythenkreise – Der Feuergott
Deutsche Mythologie – Mythenkreise – Licht und Finsternis. Gestirnmythen.
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Tius
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Foseti
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Wodan
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Donar
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Balder
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Deus Requalivahanus
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen
Deutsche Mythologie – Die Mutter Erde
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Nerthus
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Nehalennia
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Tanfana
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Hludana
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Haeva
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Frija
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Ostara
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Baduhenna
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – WalkĂŒren
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Schwanjungfrauen
Deutsche Mythologie – Der Kultus
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Gottesdienst, Gebet und Opfer
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Opferspeise
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Opferfeuer
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Der Götterdienst im Wirtschaftsverbande
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Der Götterdienst itn Staatsverbande
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Der Götterdienst im Kriege
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Der Götterdienst des Einzelnen im tĂ€glichen Leben
Deutsche Mythologie – Das Priesterwesen
Deutsche Mythologie – Wahrsagerinnen und Priesterinnen
Deutsche Mythologie – Das Erforschen der Zukunft
Deutsche Mythologie – Ort der Götterverehrung
Deutsche Mythologie – Tempel
Deutsche Mythologie – Tempelfrieden
Deutsche Mythologie – Tempelschatz
Deutsche Mythologie – Götterbilder
Deutsche Mythologie – Vorstellungen vom Anfang und Ende der Welt
Deutsche Mythologie – Vorstellungen vom Anfang und Ende der Welt – Der Anfang der Welt
Deutsche Mythologie – Vorstellungen vom Anfang und Ende der Welt – Die Einrichtung der Welt
Deutsche Mythologie – Vorstellungen vom Anfang und Ende der Welt – Das Ende der Welt
von Kunstmuseum Hamburg