Deutsche Gedenkhalle im Bild

Hervorgehoben

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Bildverzeichnis
Alsen-29.7.1864
Belle Alliance-1815
Berliner Kongreß
Bismarck-Napoleon
Cheruskerfürst-Hermann
Denker-Dichter-Deutschland
Deutsche an die Front
Deutscher Reichstag
Ein Reich, ein Volk, ein Gott
Friedrich der Große-Österreich
Friedrich der Große-Schlacht
Friedrich I.-König von Preußen
Friedrich II.-Kaiser Joseph II.
Friedrich Wilhelm IV.-Eid
Friedrich Wilhelm IV.-Kaiser Wilhelm I.
Friedrich-Barbarossa
Garderegiment-Gardedivision
Gebhard Leberecht von Blücher
Generalfeldmarschall-Graf von Moltke
Gustav Adolf-König
Heinrich V.
Kaiser Friedrich II.
Kaiser Friedrich II.-Heerschau
Kaiser-Otto I.
Kaiser-Wilhelm I.
Karl der Große-St.Petersburg
Karl V.-Antwerpen
König Friedrich I.
König von Preußen-Breslau
König Wilhelm I.-Berlin
König Wilhelm I.-Bismarck
Konzil-Konstanz
Krönung-König Wilhelm I.
Leibhusarenbrigade-Kaiser Wilhelm II.
Linienschiffsgeschwader-1903
Ludwig der Bayer
Luipold von Bayern-Prinzregent
Martin Luther
Otto von Bismarck
Rudolf von Habsburg
Schillsche Jäger-Schillsches Freikorps
Schlacht-Fehrbellin
Vaterland-Gaben
Westfälischer Friede
Wilhelm I.-Kaiserproklamation
Zorndorf-Schlacht

Beschreibungen zu den Kunstdrucken.
Deutsche Gedenkhalle: Cheruskerfürst Hermann
Deutsche Gedenkhalle: Karl der Große
Deutsche Gedenkhalle: Kaiser Otto I.
Deutsche Gedenkhalle: Friedrich Barbarossa
Deutsche Gedenkhalle: Kaiser Friedrich II.
Deutsche Gedenkhalle: König Heinrich V.
Deutsche Gedenkhalle: Graf Rudolf von Habsburg
Deutsche Gedenkhalle: Ludwig der Bayer/Ludwig IV.
Deutsche Gedenkhalle: Konzil zu Konstanz
Deutsche Gedenkhalle: Karl V. in Antwerpen
Deutsche Gedenkhalle: Martin Luther
Deutsche Gedenkhalle: König Gustav Adolf
Deutsche Gedenkhalle: Westfälischer Friede
Deutsche Gedenkhalle: Schlacht bei Fehrbellin
Deutsche Gedenkhalle: Friedrich I.
Deutsche Gedenkhalle: König Friedrich I.
Deutsche Gedenkhalle: Friedrich der Große
Deutsche Gedenkhalle: Schlacht von Zorndorf
Deutsche Gedenkhalle: Friedrich der Große und die Österreicher
Deutsche Gedenkhalle: König Friedrich II. und Kaiser Joseph II.
Deutsche Gedenkhalle: Vereinigung der großen Geister Deutschlands
Deutsche Gedenkhalle: Friedrich Wilhelm IV. und Kaiser Wilhelm I.
Deutsche Gedenkhalle: Schillsche Jäger/Schillsches Freikorps
Deutsche Gedenkhalle: Volksopfer im Jahre 1813
Deutsche Gedenkhalle: Aufruf an mein Volk
Deutsche Gedenkhalle: Gebhard Leberecht von Blücher
Deutsche Gedenkhalle: Belle Alliance im Jahre 1815
Deutsche Gedenkhalle: Huldigung vor König Friedrich Wilhelm IV.
Deutsche Gedenkhalle: Krönung König Wilhelms I. zu Königsberg
Deutsche Gedenkhalle: 2. Bataillion des 24. preußischen Infanterieregiments
Deutsche Gedenkhalle: Abreise des Königs Wilhelm I. zur Armee
Deutsche Gedenkhalle: Sturm des 1. Garderegiments auf St.Privat
Deutsche Gedenkhalle: Bismarck und Napoleon
Deutsche Gedenkhalle: Generalfeldmarschall Graf von Moltke
Deutsche Gedenkhalle: König Wilhelm I., Bismarck und Graf von Moltke
Deutsche Gedenkhalle: Kaiserproklamation in Versailles
Deutsche Gedenkhalle: Prinzregent Luipold von Bayern
Deutsche Gedenkhalle: Berliner Kongreß
Deutsche Gedenkhalle: Kaiser Wilhelm I.
Deutsche Gedenkhalle: Fürst Otto von Bismarck
Deutsche Gedenkhalle: Letzte Heerschau Kaiser Friedrichs III.
Deutsche Gedenkhalle: Erste deutsche Linienschiffsgeschwader 1903
Deutsche Gedenkhalle: Die Deutschen an die Front
Deutsche Gedenkhalle: Eröffnung des deutschen Reichstages
Deutsche Gedenkhalle: Ein Reich, ein Volk, ein Gott

Die Visionen des großen Königs

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Der Tod begleitete mit einladender Geste den Weg, auf dem Offiziere und Soldaten ihren todwunden König Friedrich trugen, ihn aus dem Fährhause bei Ötscher hinüber über die Oderbrücke nach dem Schlosse Reitwein zu bringen. Als er auf der Bettstatt lag, ganz allein im düsteren Raum (die Offiziere besprachen im Nebenzimmer das Unglück des Tages), pochte der Tod beim König an:

Folge mir, verlaß den Weg des Leidens und der Qualen. Ausruhen sollst du von den Mühsalen des Lebens. Siehe, ich schenke dir Ruhe und Frieden.

Des Königs Gedanken kreisten um das Blutbad von Kunersdorf, er vernahm im Geiste das Lärmen der Schlacht, fühlte die vereinigte Streitmacht der Russen und Österreicher heranfluten, feuerte sein Heer zum Kampfe an, mußte aber doch erkennen, daß der Hunde dort zu viele waren, die das edle Wild zu Tode hetzen wollten. Für einen Augenblick kam das volle Bewußtsein zurück. Die zittrige Hand ergriff ein Blatt und brachte den Befehl an den General Fink zu Papier.

Als der General an das Krankenlager trat, bewegten sich die blassen Lippen des Königs. Er suchte mit letzter Kraft die Zeilen des Blattes zu wiederholen:

„Die unglückliche armée, so ich Ihm übergebe, ist nicht mehr im Stande, sich mit den Russen zu schlagen… Wen Laudon nach Berlin wolte, Solchen könte Er unterwegens attaquiren und Schlagen. Solches, wo es guht gehet, gibt dem ungelük einen anstandt und hält die Sachen auf. Zeit gewonnen ist Sehr vihl bei dißen desparaten Umständen.“ —

Der König liegt allein. Dunkelheit füllt den Raum, und in ihr werden aufs neue die Stunden der unseligen Schlacht wach: In dem Fiebertraum stürzen Pferde, sterben Krieger, in den Ohren braust der gelle Ruf des Kampfgewühls.

Da heben sich die Augenlider, der Blick fällt in den Spiegel an der Wand: Der König schaut ein weißes Angesicht und im Schatten tiefer Höhlen verglimmende Augen. Ein Schrei möchte sich der Kehle entringen. Der Tod legt die Hand auf die Schulter des Königs und spricht leise, ganz leise, gütige Worte, um ihn aus dem qualvollen Leben des ewigen Kampfes zu locken.

Das Herz schlägt matt. Der König hat seit der verlorenen Schlacht nichts mehr an Speise und Trank zu sich genommen. So hat die Erscheinung des Todes es leicht, den Gedanken ans Sterben zu nähren. Ein ermatteter Leib ist rascher bereit, das Leben aufzugeben. —

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Schlacht bei Kunersdorf

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Friedrich II. (Friedrich der Große):

Während der Offizier die Worte niederschreibt, tritt der König, nun schon den Soldatenrock um die Schultern, neben ihn. Die blauen Augen treffen den Blick des Adjutanten. Der König schlägt ihm auf die Schultern:

„Stelle Er sich vor, was mein Geist in dieser Nacht gelitten. Fast war das Maß meiner Leiden zu groß. Der Tod schien Rettung zu sein. Höre Er. Als mich der Tod aus dem Leben locken wollte in dieser Nacht, habe ich, obschon das Sterben leicht gewesen wäre, dem Tode den Gehorsam verweigert. Im dunkelsten Augenblick griff meine Hand nach dieser Dose, die das Gift enthält. Weiß Er, was es heißt, wenn ich lebend hier stehe? Oft ist es leichter, aus dem Leben zu gehen, als nicht zu sterben. Der schwerere Weg ist im Leben immer der richtigste. Ich habe ihn gewählt, damit mein Staat aufrechterhalten bleibe. Der Wille ist stärker als Tod und Verderben!“

Heilige Stille erfüllt den Raum. Der Offizier steht in vollendeter Haltung vor dem König.

„Mögen die Jungen der Nation es für alle Zeiten merken. Es gibt Augenblicke, in denen der Tod aus dem Leben lockt vor der Zeit. Wer dem Tode folgt und sich zum Gift oder zur Kugel flüchtet, ist ein Schwächling und übt am Leben Verrat!“ —

Des Königs Mut und der Wille zum Leben retteten Preußen. Auf die Niederlage von Kunersdorf folgten die Siege von Liegnitz und Torgau. Und Preußen gewann den Siebenjährigen Krieg.

Das preußische Wunder war Friedrich selber. Das Wunder war der Gedanke der Pflicht. Er wurde in Preußen geboren, und seine vollkommenste Verkörperung war der König.

Siehe auch: Deutsche Geschichte in Bild : Von Theoderich bis Adolf Hitler

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