Ein deutsches Spielzeug

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Deutschland ist das Land der Spielwaren

Deutsches Spielzeug hat sich die Herzen aller Kinder und damit die Welt erobert. Diesen Sieg hat ihm auch der Hass nicht rauben können, denn die Kinderherzen wissen nichts von Hass. Als die Alliierten ein Verbot erliessen gegen die Einfuhr deutscher Spielwaren, haben sie nicht mit der unwiderstehlichen Kraft der Kinder gerechnet; die forderten befehlend das liebgewonnene deutsche Spielzeug, sie bestanden auf dieser Forderung und die Eltern mussten wohl oder übel sich ihren Wünschen fügen. Die Kinder wussten nichts vom Hass während des Krieges, sie wollten noch weniger von dem dauernden Hass nach dem Kriege wissen — und so kamen die deutschen Spielwaren als erste Versöhnungszeichen wieder in die „Feindeslande“.

Der Deutsche hat sich nie damit begnügt Spielzeug zu schaffen, das nur dem Spiel und Zeitvertreib diente, er war immer bestrebt dem Kinde Anregung zu geben und den Geist des Kindes zu bilden. So entstanden die beweglichen, dann die mechanischen und schliesslich die wandlungsfähigen Spielzeuge. Das Kind begnügt sich auf die Dauer nicht mit einem toten Gegenstand, der sich immer gleich bleibt, es will unbewusst selbstschöpferisch wirken — es will dem toten Spielzeug Leben einhauchen.

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Schwarze Schande-Weisse Schmach

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

The Illustrated Weekly
Deutsch-Amerika

Vol. VIII. No. 37 – Samsatg, 14. Oktober 1922 – Preis 10 Cents

Der Lohn der SĂĽnde ist der Tod.

So wird dereinst das Schicksal, richtend über Frankreichs Sünden, unbarmherzig und unerbittlich den Tod des Volkes dekretieren, das auf seiner Schuldliste das schlimmste, brutalste, gemeinste Verbrechen verzeichnet hat — ein Verbrechen, das in seiner Ungeheuerlichkeit unverzeihlich ist: das Verbrechen gegen die eigene Rasse . . . . die Schwarze Schande.

Der deutsche Botschafter, Dr. Wiedfeldt, wies bei seiner Rückkehr darauf, hin, dass die Schandtaten, die die farbigen Franzosen am Rhein begehen, immer noch nicht aufgehört haben. Man wird ihm, wie jedem Deutschen, der seine Stimme gegen die Schwarze Schande erhebt, den Vorwurf der Partei machen. Zugegeben, dass deutsche Herzen die ihnen angetane Schmach heftiger und tiefer empfinden, als die Angehörigen anderer Nationen, das schliesst nicht aus, dass sich unter den Bürgern jener anderen Nationen Ehrliche und Gerechte finden, die Frankreichs Verbrechen an Deutschland als das empfinden, was es unbedingt ist: eine Todsünde am heiligen Geist der weissen Rasse, ein Verbrechen gegen das Leben der weissen Rasse, ein bewusster Mord der Zivilisation und Kultur.

Der Amerikaner Hitchcock, Bundessenator von Nebraska, erklärte vor wenig Wochen im Senat:

„Berichte zurückkehrender Amerikaner und Briefe amerikanischer Touristen melden, dass Frankreich Tausende von schwarzen Truppen unter der deutschen Bevölkerung einquartiert hat und dass abstossende Verbrechen wiederum den Rassenhass entflammen. Wir mögen es ruhig mit ansehen, wie Frankreich in seinem Wahn die deutsche Republik zu verkrüppeln, wenn nicht zu vernichten fortfährt, indem es Gutmachungen verlangt, die, wie die ganze Welt weiss, Deutschland zurzeit unmöglich zahlen kann. Wir mögen es ruhig mit ansehen, wie die deutsche Republik stürzt und das deutsche Volk in seiner Verzweiflung den ränkesüchtigen Monarchisten überliefert oder dem Bolschewismus in die Arme getrieben wird. Aber wir sind als Nation dafür teilweise mitverantwortlich dafür, dass das Rheinland militärisch besetzt ist, und es ist nicht nur unser Recht, sondern auch unsere Pflicht, dagegen zu protestieren, dass halbzivilisierte schwarze Truppen unter weissen Menschen einquartiert werden, wo sie als Sieger auftreten und als Verbrecher handeln.“

Der Italiener Nitti, früherer Ministerpräsident, veröffentlicht im ,,Paese“ folgenden Appell:

„Wenn die Deutschen, um das amerikanische Volk zu erniedrigen, in die Städte der atlantischen Küste Negerregimenter aus Afrika gebracht und verlangt hätten, dass das amerikanische Volk, um die Gelüste der Neger zu befriedigen, diesen amerikanische Frauen zu liefern hätte, so würde ganz Amerika vor Entsetzen aufgeschrien haben. Der Schmerzensschrei der deutschen Frauen trifft unsere Seele. Er ist der furchtbarste Vorwurf, der christlichen Völkern gemacht wird, die angeblich mehrere Jahre für den Triumph der Zivilisation und Gerechtigkeit gekämpft haben. Amerika, das den Sieg entschieden hat, darf diesen Zuständen nicht gleichgültig gegenüberstehen. Seine gewaltige Stimme muss sich gegen die Rückkehr der Barbarei erheben. Amerika muss uns nicht nur seine ökonomische Suprematie, sondern zugleich auch seine Moral auferlegen, da diese in Europa in gegenseitigem Hass verloren gegangen ist. An den Ufern des Rheins sind viele schreckliche Dinge geschehen. Niemals haben sie aber früher die Gesichter von Negern gesehen, die aus Afrika gekommen sind, um den zivilisiertesten Männern der Welt die Rechte des Siegers und den Frauen das Recht der Gewalt aufzuerlegen, Frauen, die überall durch ihre Erziehung und ihre häuslichen Tugenden in der Welt bekannt sind.“

Die Engländerin Frances Evelyn, Countess of Warwick, hat in dem Londoner „Sunday Illustrated“ (vom 18. Juni) einen flammenden Aufruf erlassen:

„Ich habe an die Frauen Englands einen Appell zu richten, und ich habe diese Stelle dazu gewählt, weil ich glaube, dass sie mir weithin Gehör verschaffen wird. Ich rufe meine englischen Schwestern auf, weisse Frauen vor schwarzen Männern zu schützen.

Die Frage der Verwendung farbiger Truppen in Deutschland geht sehr nahe die Frauen an, die englischen MĂĽtter. Ich muss sie daran erinnern, dass sie Stimmrecht haben, und niemals, wenn sie auch hundert Jahre leben sollten, seiner mehr bedĂĽrfen als jetzt.

Als die Franzosen nach dem Rhein gingen, nahmen sie eine grosse Zahl von farbigen Truppen aus Senegal und dem übrigen Nordafrika mit, und sie legten sie in eins der höchstkultivierten Gebiete von Europa. Das war an und für sich scnlimm genug und eine Beleidigung für Europa; aber weit Schlimmeres kam hinterher. Die deutschen Behörden wurden angewiesen, ja gezwungen, für die farbigen Soldaten Bordelle einzurichten, und diese Häuser der Schande werden gefüllt mit weissen Frauen. Dies im Jahre 1922 der christlichen Zeitrechnung! Diese dem Geist des Christentums angetane Schmach würde allein unauslöschliche Schmach über die Verantwortlichen bringen, aber nach den mir gewordenen Kenntnissen endet der Schrecken selbst hier nicht. Eine grosse Zahl von deutschen Frauen und Mädchen sind durch farbige Soldaten vergewaltigt worden, und den Zeitungen des besetzten Gebiets wurde von den französischen Behörden verboten, etwas über diese Verbrechen zu berichten.

Man könnte tiefer in diesen abscheulichen Sumpf tauchen und weitere Einzelheiten veröffentlichen, von denen ich erfahren habe, doch ich will meine Feder schonen und kann nur hoffen, dass in diesen wenigen Zeilen genug gesagt wurde, um selbst der phantasieärmsten Engländerin eine Ahnung von den Schrecken zu geben, die mit Ueberlegung über ihre deutschen Schwestern gebracht werden — jawohl, Schwestern, trotz des Krieges.

Ich stelle nicht für einen Augenblick das Recht der Franzosen in Frage, farbige Truppen zu verwenden, als die Deutschen in ihr Land einfielen. Wenn auch bedauerlich, so war es doch eine Notwendigkeit; aber sobald der Krieg vorbei war, hätten diese Truppen zurückgezogen werden müssen. Indem sie sie bei einem wehrlosen und hochkultivierten Volk einquartierten, begingen die Franzosen ein Verbrechen an Europa.

Es gibt noch eine andere Seite der Frage, die unsere Freunde in Frankreich wohl erwägen sollten. Sie mögen sich fragen, was sie empfinden würden, wenn ihre Mütter, Frauen und Töchter der Gier des schwarzen Soldaten ausgesetzt wären. Würden sie nicht fühlen, dass die Erinnerung an solche Schmach frisch erhalten werden müsste, wenn nötig durch zwei oder drei Generationen hindurch, und dass sie zuletzt mit Blut abgewaschen werden müsste.“

Das sind die Urteile, die Amerikaner, Italiener, Engländerin ĂĽber Frankreichs Verbrechen fällen, denen wir uns als Blutsverwandte der geschändeten Deutschen anschliessen, ohne uns dem Vorwurf der „Partei“ auszusetzen. Wie die Engländerin, Gräfin Warwick, kommen auch wir zu dem einzig möglichen Schluss: diese Schmach, diese SĂĽnde, dieses Verbrechen kann nur mit Blut abgewaschen werden ….

Der Lohn der SĂĽnde ist der Tod!

Siehe auch:
Pommern – das Land am Meer
Was ist des Deutschen Vaterland?
Bismarck und seine Hunde
Die neuen ReichsmĂĽnzen
Paul von Hindenburg
Wir Deutsch-Amerikaner
Deutsch-Amerika
Die Deutsch-Amerikaner und das Kaiserreich
Gedanken ĂĽber die Zukunft des Deutschtums in Amerika
Wie das alte Ă–sterreich starb
Wie das alte Ă–sterreich starb II
Die Deutschen in Amerika
Die Deutschen in Amerika II
Eine Audienz bei Richard II. (Richard Strauss)
„Deutsch-Amerikas“ Mission
Schundromane auf dem Scheiterhaufen
Lincoln und das deutsche Element
Die Geschichte der Revolution
Der Aufbau Palästinas
Deutschland und der Weltfriede
Vaterland vor der Wiedergeburt
Das Schicksal der deutschen Kolonien
Der letzte Zar im Kreise seiner Familie
Krupp-Werk in Friedens-Arbeit
Die Wolkenburgen der neuen Welt
Deutschlands chemische Industrie in der Nachkriegszeit
Jerusalem die Heilige Stadt
Die Schwarzen Truppen in Deutschland
Schiffsmodelle als Zimmerschmuck
„Bismarck“-„Majestic“- der Meeresriese
Quer durch das neue Deutschland
Quer durch das neue Deutschland II
Quer durch das neue Deutschland III
Klein-Amerika in Ostpreussen
Die Hallo-Mädchen
Nach Palästina
Eine Hamburger Ăśberseewoche
Kinder aufs Land
August Thyssen-Der Senior der Grubenbarone
Deutsche Wolkenkratzer
Wachaufahrt
Das Deutsche Haus in St. Paul – Ein Denkmal deutschen Strebens
Die Briefmarke einst und jetzt
Deutschlands grösster Dampfer
Schweres SchiffsunglĂĽck in Hamburg
Das deutsche Ausland-Institut zu Stuttgart
Die oberschlesische Tragödie
Die Deutschen Kampfspiele
Der Kampf um Memel
die LĂĽge als Fundament, von Versailles bis Haag
Die „Weise Frau“
Das Telephon, sein Erfinder und sein Verbesserer
Salzburg, die Mozartstadt
Das erste deutsche Arbeiter-Turn- und Sportfest in Leipzig
Alte Sitten in der Schweiz
Berliner Hoch-und Untergrundbahn
Die ersten Deutschen in SĂĽdamerika
Das neue grosse Mannheimer Krankenhaus
Berliner Wohnungselend
Die deutschen Schuster amerikanischer Präsidenten
vom MĂĽnchener Oktoberfest
Die „Matrosenfabrik“ auf Waltershof
Segler der LĂĽfte

Deutsche Wolkenkratzer

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Lange hat man sich in Deutschland gegen die Wolkenkratzer gesträubt — gegen diese Bauwerke, die gleich Kirchtürmen zum hohen Himmel streben und doch nichts weniger wollen, als gerade das menschliche Gemüt zum Himmel aufzuheben. Ganz sicher waren es in Deutschland Rücksichten auf die Schönheit des Stadtbildes, die da in erster Reihe bestimmten; die Baupolizei mit ihren Gründen kam erst hinterher; sie wollte Licht, Luft und Sonne nicht durch die hohen Wände versperrt haben. Das hatte sie dann in ein schönes „System“ gebracht; die Breite der Strasse sollte das Mass für die Häuserhöhen abgehen; an schmalen Strassen musste man niedrig bauen, an breiten konnte man höher streben; die Sonne sollte eben unter allen Umständen doch ihren Weg in die Häuserzeilen hineinfinden. Nun hätte man meinen sollen, an offenen weiten Plätzen sollte man doch bauen können, so hoch man wollte, aber nein; 4 oder 5 Stockwerke hoch durfte man überhaupt nirgendwo neu bauen — das war gegen die ganze Richtung.

Dabei gibt es in allen alten Städten aus früheren Zeiten Häuser genug, die man getrost als Wolkenkratzer aufnehmen kann.

Am Markt in Nürnberg, in Breslau am Ring und sonstwo stehen sie heute noch reihenweise; Albrecht Dürer baute sich sein eigenes Haus schöne volle fünf Stockwerke hoch. Die Umstände zwangen eben damals die Baulustigen dazu, in die Höhe zu bauen, weil die Festungsgürtel die Städte einschnürten. In der Neuzeit fiel das zum grössten Teil weg; nun hatte man Raum in der Ebene, warum da in die Luft hinein übertrieben bauen.

Heute haben sich die Umstände nun wieder geändert; jetzt ist es der geschäftliche Verkehr, der in den grossen Städten sich drängt: er will alle Geschäftsräume so dicht wie möglich beisammen haben; wohnen mögen die Leute dann immerhin, wo sie wollen, draussen ist Licht, Luft und Sonne. Diese Rücksicht, auf den Geschäftsverkehr war es ja auch, was dem „Wolkenkratzer“ die Daseinsberechtigung gab. Schon in den alten Seestädten, in Hamburg, Danzig, Amsterdam, Rotterdam, London rückten die Geschäftshäuser an den Hafenstrassen eng zusammen und strebten dafür hoch auf. Als Schinkel in jungen Jahren auf seiner Studienreise in London im Themsehafen landete, war das erste, was dem jungen Baukünstler in die Augen und auf die Seele fiel, wie so unerhört hohe Häuser ringsum standen!

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August Thyssen-Der Senior der Grubenbarone

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Thyssen und sein Lebenswerk

August Thyssen feierte Mitte Mai seinen 90. Geburtstag. Der Schöpfer und Leiter eines der grössten Konzerne der deutschen Schwerindustrie nimmt trotz seines hohen Alters in der deutschen Wirtschaft noch immer eine FĂĽhrerstellung ein. Nicht zuletzt ein Schaffensgeist war es, der Deutschlands Eisen- und Kohlenindustrie von Erfolg zu Erfolg fĂĽhrte. Man hat ihn wiederholt den deutschen „Carnegie“ genannt, schon deshalb mit Recht, weil er den sogenannten Amerikanismus in die deutsche Industrie gebracht hat. Um die Jahrhundertwende herum war Thyssen als erster in Deutschland zu der Ueberzeugung gelangt, dass die Zukunft den grossen gemischten Betrieben gehören wĂĽrde. Niemandem ist die Trustidee mehr geläufig als August Thyssen, der an den Kartellen und Syndikaten, in denen seine Werke naturgemäss an vorderster Reihe stehen, nur jenen Ersatz fĂĽr die amerikanischen Gebilde erblickt.

Die Entstehung der trustähnlichen Gesellschaften der deutschen Montanindustrie, wie beispielsweise des Phönix und der Gelsenkirchener Bergwerks – A. – G., ist seiner intensiven Mitwirkung zu danken. Allerdings ist Thyssen von der Leitung dieser Unternehmen später zurĂĽck, um sich unabhängig von jedweden Bank- und Börseninteressen ausschliesslich seinen ins Riesenhafte wachsenden Gesellschaften zu widmen.

Vier Perioden kann man in dem idustriellen Werdegange August Thyssens unterscheiden. Die erste Periode umfasst die Zeit der Anfänge und des im Stillen vor sich gehenden Aufstieges. Diese Zeit reicht von 1867—1903. Aus ganz kleinen Verhältnissen heraus hat ich Thyssen in dieser Periode mit sarker Beharrlichkeit vorgeschoben und mit einem sonst selten antreffenden Weitblicke die Grundlagen zu seiner nachherigen Grösse gelegt. An vielen Stellen spürte man schliesslich seinen Einfluss, aber noch war man sich über die ganze Bedeutung des Mannes nicht klar. Die zweite Periode kann man bis zum Kriegsbeginne rechnen. Gegen Ende 1903 wurde der Vorhang vor ihm weggezogen. Seine Tätigkeit spielte sich nun in breitester Oeffentlichkeit ab. Es erfolgte eine Zuwahl in den Aufsichtsrat der Gelsenkirchener Bergwerks-Gesellschaft. Durch dieses Ereignis wurden die Regierungskreise alarmiert. Die Oeffentlichkeit bekam es mit der natürlichen oder verkünstelten Angst vor den Trustmagnaten zu tun. Die Erwerbung der Hibernia durch den preussischen Fiskus sollte diese Pläne durchkreuzen, aber sie hat gerade den Anstoss zum eigentlichen Fortgange der Konzentrationsbewegung gegeben, denn nun benutzte Thyssen die Aufregung der die Hibernia-Affäre, um Gelsenkirchener-Shalke-Rote Erde zu vereinigen, Gross-Gelsenkirchen zu schaffen. Es kam die Vereigung Phoenix-Hoerde-Nordstern; kurz die Bildung und Entwicklung der Montan-Konzerne in Deutschland. Aber schon bald schied Thyssen wieder aus Gelsenkirchen aus. Er missbilligte die enorme neue Ausdehnung der Gesellschaft, die nun daran ging, die Riesenanlagen in Luxemburg zu bauen. Freilich folgte dann Thyssen selbst mit den mächtigen Neubauten in Hagendingen (Lothringen). Die dritte Periode umfasst die Zeit des Krieges und die vierte die Jahre nach dem Kriege. In diesen letzten beiden Zeiträumen ist Thyssen nicht mehr hervorgetreten.

Thyssen und sein Lebenswerk sind heute auch weiteren Kreisen bekannt. Man kann sich jetzt also auf eine Skizzierung seines Entwicklungsganges und seiner Unternehmungen beschränken. Ausgangspunkt der industriellen Tätigkeit Thyssens ist Mülheim. Dort hat er vor einem halben Jahrhundert die Firma Thyssen und Cie. begründet; ein Unternehmen, das sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem grossen Stahl- und Walzwerke mit 7000 Arbeitern entwickelt hat. Zu dem Mülheimer Werke gehört auch die einige Jahre selbständig gewesene Maschinenfabrik Thyssen & Cie., die auf ihrem Gebiete zu den führenden Betrieben Deutschlands und der Welt gehört und bis 3000 Arbeiter beschäftigt hat. In Mülheim waren während des Krieges bis 15,000 Mann tätig. Vom Eisen, speziell von der Verfeinerung, ist Thyssen zum Roheisen, zum Stahl und schliesslich zur Kohle gekommen. Auf diesem Gebiete ist sein Hauptwerk, die Gewerkschaft Deutscher Kaiser, die nach dem Kriege in zwei Teile zerlegt und umgetauft worden ist.

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