Architektur und GebÀude in Leipzig

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Verzeichnis der Abbildungen:
Alte Börse-Leipzig
Amtsgericht-Leipzig
Augusteum-Ansicht-Leipzig
Augusteum-Leipzig
Augustusplatz-Ansicht-Leipzig
Augustusplatz-Leipzig
Barthels Hof-Leipzig
Bezirksschule-Leipzig
Bornerianum-Leipzig
BĂŒrgermeisterhaus-Leipzig
BĂŒrgermeisterhaus-Romanus-Leipzig
BĂŒrgerschule-Bezirkschule-Leipzig
Feuerwehrhauptdepot-Leipzig
Forsthaus-Burgaue
FĂŒrstenhaus-Erker-Leipzig
FĂŒrstenhaus-Leipzig
GÀrtnerstÀnde-Innenansicht-Leipzig
Gewandhaus-Leipzig
Handelslehranstalt-Leipzig
HauptpostgebÀude-Leipzig
Höhere Schule fĂŒr MĂ€dchen-Leipzig
Johannes Stift-Hofansicht-Leipzig
Johannes Stift-Leipzig
Kaserne-Möckern
Kinderkrankenhaus-Leipzig
Komödienhaus-Leipzig
Königliches Gymnasium-Leipzig
Königliches Konservatorium der Musik-Leipzig
Konzertsaal-Leipzig
Kunstgewerbeschule-Kunstakademie-Leipzig
Landgericht-Leipzig
Markthalle-Leipzig
Markthalle-Portal-Leipzig
Museum-Leipzig
Museum-Seitenansicht-Leipzig
Museum-Vorderansicht-Leipzig
Museum-Vorderfassade-Leipzig
Nikolaikirche-Leipzig-1595
PaketpostgebÀude-Leipzig
PaketpostgebĂ€ude-SĂŒdwest-Leipzig
Paulinerbibliothek-Leipzig
Paulinerkloster-Leipzig
Petersthor-Leipzig
Pfarrhaus-Rendnitz
Pleißenburg-Hof-Leipzig
Pleißenburg-Steinmetzzeichen
PolizeigebÀude-Leipzig
Predigerhaus-Leipzig
Rathaus-Entwurf-Leipzig
Rathaus-Leipzig
Rathaus-Leipzig-1595
Rathaus-Rendnitz
Reichsbank-Leipzig
Rote Colleg-Leipzig
Rote Kollegium-Leipzig
Schlachthof-Viehof-Leipzig
Siechenhaus-Leipzig
StÀdtische Gewerbeschule-Leipzig
Stadtkern-Leipzig
Stadtplan-Leipzig-1749
Stadtplan-Leipzig-1842
Stadttheater-Leipzig
Theatrum Europaeum-Leipzig-1637
Thomasgymnasium-Leipzig
Thomasturm-Nikolaiturm-Rathausturm-Johannisturm-Leipzig
UniversitÀtsbibliothek-Eckbau-Leipzig
UniversitÀtsbibliothek-Hinteransicht-Leipzig
UniversitÀtsbibliothek-Leipzig
UniversitÀtsbibliothek-Lesesaal-Leipzig
UniversitÀtsbibliothek-Vorderansicht-Leipzig
UniversitÀts-Frauenklinik-Leipzig
Wage-Leipzig
Zeughaus-Leipzig-17. Jahrhundert

Die Ingenieurbauten in ihrer guten Gestaltung : EisenbahnbrĂŒcken, StraßenbrĂŒcken, FußgĂ€ngerbrĂŒcken

aus dem Kunstmuseum Hamburg

BRÜCKEN. Eine unmittelbar aus den wirtschaftlichen und technischen Anforderungen entsprungene, wohlabgewogene bezeichnende Form des Bauwerks, die die fraglichen Beziehungen (vor allem auch zur Landschaft oder zum Ortsbild) und die imWerk ruhenden statischen Funktionen zum klaren Ausdruck bringt, hat als entscheidend fĂŒr die gute Wirkung zu gelten. GelĂ€nde, Werkstoff, handwerkliche bzw. modern technische Arbeitsweisen, besondere Erfordernisse (in Höhe, Breite, Spannweiten, Nutzlast) und der jeweilige Zweck (FußgĂ€nger-, Straßen-, EisenbahnbrĂŒcke) beeinflussen den zu wĂ€hlenden Typus von Grund auf. Dieses Typische in guter Form herauszuarbeiten ist Haupterfordernis. Es durch architektonische Zutaten (Betonung der Pfeiler, der BrĂŒckenenden u. dgl.) im organischen Zusammenhang mit dem konstruktiv Gebotenen zu unterstreichen ist wohl möglich, jedoch bei unzureichenden KrĂ€ften verfehlt.

Viele hervorragend schöne, kĂŒhne und wuchtige Wirkungen, die wir an alten Bauten bewundern, kommen heute nicht mehr in Frage. Denn die Aufgaben sind durch neue Anforderungen, wie z. B. durch denVerkehr auf den Wasserstraßen bedingte große Spannweiten und die nur geringe Schwellung oder völlige Ebenheit der Fahrbahn, die not-wendigeWerkstoffersparnis usw., in ihren wesentlichen GrundzĂŒgen verĂ€ndert; fĂŒr sie mĂŒssen dementsprechend auch völlig andere Formen gesucht und gefunden werden, jede statisch mögliche und konstruktiv naheliegende, an sich richtige Lösung ist noch keineswegs die rechte. Das Werk kann technisch gut sein, aber den Eindruck erwecken, als brĂ€che es im nĂ€chsten Augenblick in sich zusammen. In einem anderen Fall, etwa bei mĂ€chtigen Ausmaßen im Ganzen und zu groben oder zu feinen Unterteilungen wirkt es mammutartig aufgeblasen. Die gegebene Einzeldurchbildung (z. B. Fugenteilung, erkennbare BrĂŒstungshöhe, Profilierung bei massiven, Gitterwerk bei eisernen BrĂŒcken u. dgl.) muß so erfolgen, daß sie dem Auge gewohnte oder leicht einschĂ€tzbare Maßstabsanhalte gibt.

Die verschiedenenWerkstoffe erzeugen ganz von selbst wesentlich verschiedene Typen. Beim Gebrauch neuartiger Werkstoffe (Eisen, Beton, Eisenbeton) wurde zunĂ€chst vielfach der Fehler gemacht, gewohnte Systeme auch im neuen Material nachzuahmen. Man mußte eben erst allmĂ€hlich erfahrungs- und gefĂŒhlsmĂ€ĂŸig eine eigene Formensprache fĂŒr die neuen Bauweisen schaffen. EisenbetonbrĂŒcken z. B. legte man reine Eisenkonstruktionsformen zugrunde; bei entsprechendem VerstĂ€rken der Gurte und StĂ€be entstanden dann leicht unbeholfene Gebilde. Ebenso abwegig ist es, gedankenlos Form und Aussehen eines Werksteinbaus auf eine schlankere, leichtere, meist auch schmalere Betonoder EisenbetonbrĂŒcke zu ĂŒbertragen. Solche BrĂŒcken bei besonders flacher Bogenlinie mit Werkstein zu verkleiden, widerspricht ihrer Konstruktion und ist unsachlich.

Die EisenbrĂŒcke löste sich in ihren Formen zuerst schwer von der SteinbogenbrĂŒcke als Vorbild ab. Ihre Gestaltungsmöglichkeiten gingen darauf, sehr oft auf Kosten eines guten Ausdrucks, ins Ungemessene, um sich dann wieder immer mehr unter Ausschalten manchen Systems und mit stĂ€rkerer Ă€sthetischer RĂŒcksicht auf eine geringere Zahl von Grundtypen einzuschrĂ€nken. Die moderne EisenbrĂŒckenbaukunst hat uns einige vortreffliche Lösungen beschert, und man darf der weiteren Entwicklung getrost entgegensehen. Namentlich bei Aufgaben, die untergeordnet, darum den fĂŒr sie Verantwortlichen die MĂŒhe guter Formdurchbildung nicht wert erscheinen, und lediglich als kurzsichtige Reißbrettkunst gehandhabt werden, kehren jedoch gewisse charakteristische MĂ€ngel immer wieder, u.a. unentschiedene oder klobige Umrißwirkung,unbestimmte, deshalb ausdruckslose, bisweilen den Organismus geradezu zerschneidende EinfĂŒgung der Fahrbahn, harter, rĂŒcksichtsloser Abschluß der Konstruktion an den Enden oder unsachlicher, hĂ€ĂŸlicher Übergang zu massiven Pfeilern oder fortlaufender BrĂŒstung, falscher Maßstab oder mangelnder Rhythmus (in Linien und Dimensionierung) der FĂŒllstĂ€be und Diagonalverstrebungen, fehlender Zusammenklang mit einer benachbarten BrĂŒcke in System und EinzelverhĂ€ltnissen, schlechtes HeranfĂŒhren der Anrampung, Zusammenhanglosigkeit oder Widerspruch gegen das Wesen der stĂ€dtebaulichen Nachbarschaft u.dgl. mehr.

Das Eisenwerk als solches bedarf keines ornamentalen oder sonstigen, dem Werkstoff und seinem Gebrauch an BrĂŒcken fremden Schmuckes. Zwar sind in frĂŒhen Zeiten, namentlich noch in Gußeisen, stilistisch bemerkenswerte, in Maßstab und Klarheit des GefĂŒges gutwirkende reichverzierte Bauten entstanden; wohl haben, ganz abgesehen von zahlreichen mißglĂŒckten und zum Teil komischen Versuchen, treffliche Architekten noch im Jugendstil und spĂ€ter um ornamental-kĂŒnstlerische Steigerung des Funktionsausdrucks gerungen. Aber jetzt ist wohl jedermann davon ĂŒberzeugt, daß StĂŒtzen, Gurte, Streben, Lager, Knotenpunkte usw., vollkommen schlicht durchgebildet, schon formbildend sind und bei guter Dimensionierung und Abstimmung auf das Gesamtgebilde die Grundlagen fĂŒr gute Wirkung in sich bergen.

Allerwichtigstes, wirtschaftliches sowohl wie schönheitliches Erfordernis fĂŒr das Gestalten einer BrĂŒcke ist und bleibt das rechte Erkennen und Bewerten der in der Landschaft bzw. im fraglichen StĂ€dtebild ruhenden Voraussetzungen. Wenn SĂŒddeutschland noch heute, ĂŒbrigens auch aus sozialerVorsorge fĂŒr das Erhalten und Weiterentwickeln handwerklicher Baupflege, mehr SteinbrĂŒcken und neben ihnen EisenbetonbrĂŒcken bevorzugt, das norddeutsche Tiefland mit seinen breiteren FlĂŒssen den Eisenbau, so liegt das in der Natur der Sache. FĂŒr das Einstimmen von BrĂŒcken in wertvolle alte Stadtbilder wird mit Recht — nach Möglichkeit— der Vorzug dem Massivbau gegeben.



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Die Ingenieurbauten in ihrer guten Gestaltung in Bild

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Speicher, Silos, Bunker / Industrieanlagen / EisenbahnbrĂŒcken, StraßenbrĂŒcken, FußgĂ€ngerbrĂŒcken / Industrieanlagen / Hallenbauten / GasbehĂ€lter, Flugzeug- und Luftschiffhallen, KĂŒhltĂŒrme / LeuchttĂŒrme / Wasserwirtschaft / Eiserne KrĂ€ne, VerladebrĂŒcken und dergleichen / Alte Krane / Wind- und WassermĂŒhlen / Baukörper /

Speicher, Silos, Bunker

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Max Littmann : Theaterbauten

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Bildverzeichnis der 53 Abbildungen unten.

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