Zentrale „China“

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Die chinesische Telephonzentrale in San Francisco. (Aussen- und Innenansicht.)

In den Vereinigten Staaten leben derzeit 61,000 Chinesen und 111,000 Japaner, davon entfallen auf den Staat Californien 28,000 Chinesen und 72,000 Japaner. Bemerkenswert ist hierbei, dass die chinesische Bevölkerung des Landes in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent abgenommen und die japanische um 55 Prozent zugenommen hat.

San Francisco ist der Hauptsammelpunkt der Gelben, dort haben sie noch ihre eigene „Stadt“, ihre eigenen Viertel, in denen sie abgesondert von den Weissen ihr Leben nach ihren heimatlichen Bräuchen und Gepflogenheiten leben. Das bedeutet indessen nicht, dass sie sich allen modernen EinflĂĽssen und den amerikanischen Neuerungen verschliessen. Ganz im Gegenteil: in ihrer scheinbaren Teilnahmslosigkeit sind sie scharfe Beobachter und mit dem ihnen eigenen raschen Auffassungsvermögen nehmen sie von ihren weissen Mitmenschen alles an, was ihnen gut und wertvoll erscheint, um es später nach ihrer Heimat zu verpflanzen. Sie, die Jahrhunderte und Jahrtausende in selbstzufriedenem Nichtstun stillgestanden hatten und von Fortschritt nichts wussten, nichts wissen wollten, sind ausserordentlich gelehrige SchĂĽler — sie lernen rasch und grĂĽndlich. Es ist als ob die lange Ruhe ihren Geist geschärft und ihren Fleiss gestärkt habe.

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die Berliner Polizei

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Im Urteil des New Yorker Polizeikommissars RICHARD ENRIGHT.

Polizeikommissar RICHARD ENRIGHT hat sich in Berlin bereits in Worten höchsten Lobes ĂĽber die dortige Polizei geäussert; er war Augenzeuge der grossen Demonstration „zum Schutze der Republik“, er sah die Hunderttausende in musterhafter Ordnung und mit tiefem Ernste gegen die Intriguen und Ränke der monarchischen Klique protestieren und bewunderte die Massen, die ohne nennenswertes Polizeiaufgebot, selbst dafĂĽr sorgten, dass keinerlei Ruhestörungen oder Ausschreitungen vorkamen. Das amerikanische Volk ist bekannt fĂĽr seine tadellose Haltung bei Massendemonstrationen und grossen Ansammlungen; Kommissar Enright hielt indessen mit seinem Lob fĂĽr die Berliner nicht zurĂĽck, weil dort diese „Selbstzucht“ der Massen fast ohne jede Polizeiaufsicht geschah, während hier doch immer der Blaurock dabei sein muss, wenn auch nur pro forma.

Kommissar Enright hat die Berliner Polizei während seines Aufenthaltes bis in’s Kleinste studiert und die Summe seines Studiums im folgenden zusammengefasst:

„Ich traf am 2. Juli in Berlin ein, gerade rechtzeitig, um der grossen Protestkundgebung gegen die monarchischen Umtriebe am 4. Juli beizuwohnen.

An diesem Tage wurde in allen Geschäften um ein Uhr mittags der Betrieb eingestellt, und Eisen- und Strassenbahnarbeiter, Droschkenkutscher, Kellner, Küche, Büro- und andere Angestellte gingen bis 6 Uhr abends an den Streik.

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Ein deutsches Spielzeug

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Deutschland ist das Land der Spielwaren

Deutsches Spielzeug hat sich die Herzen aller Kinder und damit die Welt erobert. Diesen Sieg hat ihm auch der Hass nicht rauben können, denn die Kinderherzen wissen nichts von Hass. Als die Alliierten ein Verbot erliessen gegen die Einfuhr deutscher Spielwaren, haben sie nicht mit der unwiderstehlichen Kraft der Kinder gerechnet; die forderten befehlend das liebgewonnene deutsche Spielzeug, sie bestanden auf dieser Forderung und die Eltern mussten wohl oder übel sich ihren Wünschen fügen. Die Kinder wussten nichts vom Hass während des Krieges, sie wollten noch weniger von dem dauernden Hass nach dem Kriege wissen — und so kamen die deutschen Spielwaren als erste Versöhnungszeichen wieder in die „Feindeslande“.

Der Deutsche hat sich nie damit begnügt Spielzeug zu schaffen, das nur dem Spiel und Zeitvertreib diente, er war immer bestrebt dem Kinde Anregung zu geben und den Geist des Kindes zu bilden. So entstanden die beweglichen, dann die mechanischen und schliesslich die wandlungsfähigen Spielzeuge. Das Kind begnügt sich auf die Dauer nicht mit einem toten Gegenstand, der sich immer gleich bleibt, es will unbewusst selbstschöpferisch wirken — es will dem toten Spielzeug Leben einhauchen.

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