Was ist des Deutschen Vaterland?

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

„Das ganze Deutschland soll es sein!“

Noch lebt der deutsche Name, — wenn auch geschändet und verachtet. Noch leben wir, wenn auch unterdrückt, versklavt, verstümmelt an Leib und Seele. Noch ist der deutsche Boden, auf dem unser Volk in mehr als tausendjähriger Geschichte heranwuchs, nicht ausgetilgt von dem Antlitz der Erde, wenn auch zerrissen und zerstückelt.

„Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, Erwirb es, um es zu besitzen.“

Civis germanus sum!

Von Ewald Bäker.

PROLOG.

Wanderungen durch deutsche Gaue.

„Ich hatte einst ein

schönes Vaterland“,…..

So manchem Deutschen haben sich diese Dichterworte in den letzten Jahren im Gefühl tiefsten Schmerzes und bitterer Verzweiflung auf die Lippen gedrängt. Die Not, die Schmach und das Elend, in die der furchtbare Zusammenbruch unser Volk nach mehr als vierjährigem Heldenkampf gegen eine Welt von Feinden gestürzt hat, haben das Empfinden in ihm erweckt, er habe das Teuerste, was er auf Erden besass, dem die Mutter den Sohn, die Gattin den Mann, die Schwester den Bruder geopfert hat, sein grosses, machtvolles, bei allen Völkern hoch in Ehren stehendes Vaterland, auf ewig verloren und stehe jetzt bettelarm da, gezwungen, sein Leben hinfort in harter Fron im Dienste fremder, feindlicher Gewalten zu verbringen, und ohne jede Hoffnung auf Erlösung aus der Sklaverei, auf Wiedereroberung der Freiheit und eine bessere, hellere Zukunft für sich, für Kind und Kindeskinder. So manchen Deutschen hat die Mutlosigkeit, auf dem Schutt und auf den Trümmern jemals wieder ein neues Haus aufbauen zu können, schon in die Fremde getrieben, — und ungezählte Tausende werden ihm noch folgen.

Ist dies Gefühl der Verzweiflung und Trostlosigkeit berechtigt? Haben wir keine Heimstätte mehr, die unser ist? Haben wir den Boden verloren, den wir mit dem Samen unserer geistigen und körperlichen Arbeit befruchtet haben, so dass er ein Quell wurde, aus dem die höchsten und segensreichsten Errungenschaften menschlichen Wissens und menschlicher Gestaltungskraft zum Heile nicht nur des eigenen Volkes, sondern der gesamten Menschheit entsprangen? Ist uns garnichts erhalten geblieben, auf das wir unsere Füsse stellen können, um die Trümmer aufzuräumen und ein neues, festes, jedem Sturme trotzendes Haus zu errichten? Besitzen wir nichts mehr, das wir unseren Kindern als Erbe hinterlassen können? Sind wir wirklich heimatlos geworden?

Mehr wie je hat sicherlich heute die Frage unseres schönen, alten Volksliedes an Bedeutung gewonnen: „Was ist des Deutschen Vaterland?“ Auch die durch unsere siegreichen Waffen erfochtene und in Versailles — einst das Symbol eines Glanzpunktes, heute ein Schandfleck unserer Geschichte — proklamierte Einigung Deutschlands hat diese Frage nicht restlos beantwortet. Denn sollte des Deutschen Vaterland nicht alle Länder umfassen, auf deren Boden die Denkmäler deutscher Geschichte, Städte, Flecken und Dörfer, und das Klingen der deutschen Zunge Zeugnis ablegen von ihrem Jahrhunderte alten Deutschtum? Ist nicht das heutige Oesterreich mit Tyrol und Vorarlberg rein deutsches Land? Aber die politische Konstellation verbot damals noch ihre Angliederung an das neue deutsche Reich.

Das völkische Gefühl musste hinter den Anforderungen der hohen Politik zurückstehen, und Oesterreich wurde die führende Rolle in dem Nationalitätengemisch des Österreich-ungarischen Kaiserreiches zugeteilt, das der damaligen Lage entsprechend „hätte geschaffen werden müssen, wenn es nicht bestanden hätte.“ Der Ausgang des Weltkrieges, der die Karte Europas wiederum und in weit tiefgreifenderer Weise als 1871 verändert hat, hätte eine bessere Gelegenheit zu der Vereinigung Oesterreichs und der andern rein deutschen Länder mit dem deutschen Reich geboten. Denn nach den von den Siegern aufgestellten Grundsätzen sollte die staatliche und geographische Neugliederung sich auf dem Prinzip der Nationalitäten und dem Selbstbestimmungsrecht der Völker aufbauen, d. h. die völkischen Minderheiten sollten in allen bisher bestehenden Staaten verschwinden, und die völkische Zusammengehörigkeit der Bewohner Mittel- und Osteuropas sollte die Grenzen der alten und neuen Staaten bestimmen.

Wo aber die Zugehörigkeit der Bewohner nach diesem Prinzip zweifelhaft erschien, da sollte ein Plebiscit entscheiden. Dieser an sich gewiss ideale Grundsatz aber wurde von unseren Feinden mit der Willkür des Siegers und dem Recht des Stärkeren lediglich nach dem Gesichtspunkt ihres eigenen Nutzens angewendet. So wurde nicht nur die Angliederung der rein deutschen Gebiete, die aus den erwähnten politischen Gründen im Jahre 1871 nicht vorgenommen werden konnte, an Deutschland unter völliger Missachtung des einmütigen Willens ihrer Bewohner untersagt, sondern es wurden auch reiche Provinzen, deren Bewohner und Kulturdenkmäler ihr reines Deutschtum vor aller Welt verkünden, brutal dem Vaterlande, in dem die Wurzeln ihrer Kraft liegen, geraubt. Die Namen „Danzig“ und „Strassburg“, dieser beiden Prunkstücke deutscher Kultur, reden mit Engelszungen. Die reiche Hafenstadt an der Ostsee, dem „deutschen Meer“, ist seit jenen Urzeiten, da ihre Hinterländer aus dem Dunkel der Geschichte eimportauchen, nur durch den Wagemut der deutschen Hansa zu einem grossen Güterstapelplatz der Handel und Schiffahrt treibenden Welt gemacht worden, und nur dem Unternehmungsgeist von Geschlechtern deutscher „königlicher Kaufleute“ verdankt sie ihre seit dem frühesten Mittelalter ununterbrochene Blüte. Und welchem Deutschen schlägt nicht das Herz höher, wenn Strass burgs Name genannt wird? Ist nicht allein unser Volkslied ein unwiderlegbarer Beweis für seine Zugehörigkeit zum deutschen Vaterlande?

„O Strassburg, o Strassburg,
Du wunderschöne Stadt,
Darinnen liegt begraben
So mannicher Soldat.“

Deutsche Heimatsklänge sind es, die aus diesem Liede tönen. Dass aus allem deutschen Volksweisen, die Strassburg besingen, Wehmut und Trauern klingt, offenbart den Schmerz des Deutschen um die geraubte Stadt und um die Leiden, die sie unter der Fremdherrschaft erdulden muss, aus der sie zu befreien die deutsche Ohnmacht nicht imstande ist.

„Zu Strassburg auf der Schanz’,
Da fing mein Trauern an…..“

Giebt es ein gallisches Lied von Strassburg, das eine so tief empfundene seelische Verbindung des französischen Volkes mit dieser Stadt zum Ausdruck bringt?

Doch der Wille unserer Feinde, Deutschland zu zerstückeln, kennt keine Grenzen. Wo ein glatter Raub nicht angängig war, weil er das Rechtsempfinden der Welt vielleicht doch zu offener Empörung hätte treiben können, da wurde wenigstens eine „zeitweilige“ Lostrennung fruchtbarster Teile unseres Vaterlandes auf lange Jahre hinaus erzwungen, denen nun von den fremden Parasiten das Herzblut ausgesogen wird, um Millionen deutscher Staatsbürger erfahret den „Segen“ französisch-belgischer Verwaltung. Raffiniert ausgeklügelte Methoden mittelalterlicher Folterungskunst, wie sie nur ein gallisches Hirn ersinnen kann, sollen unsere Landsleute in den besetzten Gebiete mürbe machen und ihren Widerstand gegen französische Vergewaltigung brechen, kein Mittel wird unversucht lassen, um die wirtschaftlich politische und kulturelle Verbindung mit dem rechtsrheinischen Deutschland zu zerschneiden. Eine kaum verschleierte Zollgrenze wird errichtet, fast täglich werden neue französische Schulen zur Verdrängung der deutsche Sprache eröffnet, und,um das Maaß voll zu machen, geniessen Landesverräter, die ja immer in Zeiten der Schmach und der Wehrlosigkeit eines Landes ihr dunkles Handwerk treiben, den amtlichen Schutz der französischen Regierung und streichen hohen Judaslohn ein. Poincaré und seine Leute machen gar keinen Hehl daraus, dass sie den Rhein Deutschlands Grenzen nach und „zur Sicherung des Frieden in der Welt und zum Schutz gegen einen neuen Ueberfall der rachedurstigen deutschen Volke die linksrheinischen Gebiete dauernd annektieren wollen, denn wie CJemenceau sagte, — „es gebe zwanzig Millionen Deutsche zuviel auf der Welt.“

So ist in der Tat unser einst herrliches Vaterland ein kĂĽmmerlicherTorso geworden, und GefĂĽhl der Heimatlosigkeit, es so viele Deutsche beherrscht und seinen Ausdruck findet in der bitteren Klage — „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“, – – – – ist nur allzu verständlich.

Begreiflich ist es auch, dass dies schmerzliche Empfinden ebenso einen grossen Teil der Auslandsdeutschen und selbst solcher Deutschen ergriffen hat, die sich in einem anderen Staatswesen eingebürgert haben. Die Sprache des deutschen Blutes lässt sich nicht zum Schweigen bringen, mögen auch schon die Vorfahren über den Ozean gegangen sein. Mit dem Aufstieg der Weltgeltung des deutschen Reiches war auch die Stellung des Auslandsdeutschtums gehoben worden, sein Ansehn, sein Einfluss und damit sein Selbstbewusstsein gewachsen. Je der einzelne Ausländsdeutsche spürte das in seinem eigenen täglichen Leben, und so wurde sein altes Vaterland für ihn ein Gegenstand des Stolzes.

Das hat sich gründlich geändert. Hatten die glorreichen Siege unseres Volkes in Waffen, die unerhörten, ans Legendenhafte streifenden Heldentaten in dem von beispielloser Begeisterung getragenen Verteidigungskampf gegen die immer anschwellende feindliche Sturmflut aller Rassen der Erde den Stolz des Ausländsdeutschen auf die alte Heimat noch gesteigert und auch ihn zu Opfertaten hingerissen, soweit seine Kräfte reichten und sich die Möglichkeit bot, der Sturz in die Tiefe war desto grausamer. An Stelle der machtvollen Einigkeit, an der alle anstürmenden Wogen des Hasses und Neides zerschellten, sieht der Ausländsdeutsche heute nur Ohnmacht, Zerrissenheit und Selbstzerfleischung im alten Vaterlande. Konnte er früher mit Stolz sagen: „Civis germanus sum“, so muss er sich heute dessen schämen. Und man kann es verstehen, wenn auch er einstimmt in die Klage: „Ich hatte einst ein schönes Vaterland.“ —

Das alles ist kein wĂĽster Traum, als der es manchmal dem von tiefer Liebe zur Heimat erfĂĽllten Deutschen erscheinen möchte, — es ist harte Wirklichkeit. Und doch: Haben wir ein Recht, die Hände mutlos und tatlos in den Schoss zu legen? Haben wir unser Vaterland rettungslos und unwiederbringlich verloren? Soll die Frage: „Was ist des Deutschen Vaterland“ — hinfort mit Grabesschweigen beantwortet werden?

Nein — und abermals nein!

Noch lebt der deutsche Name, — wenn auch geschändet und verachtet. Noch leben wir, wenn auch unterdrückt, versklavt, verstümmelt an Leib und Seele. Noch ist der deutsche Boden, auf dem unser Volk in mehr als tausendjähriger Geschichte heranwuchs, nicht ausgetilgt von dem Antlitz der Erde, wenn auch zerrissen und zerstückelt.

Und ein unschätzbares Gut haben wir uns doch erstritten in diesem Kriege, der uns so viel gekostet hat! Nicht mit ganz leeren Händen sind unsere Krieger, wenn auch auf den Tod erschöpft, von den Schlachtfeldern heimgekehrt! Eins haben unsere Feinde nicht erreicht, und sind darob von Hass und Wut erfüllt: Unversehrt von den Schrecknissen des Krieges sind Deutschlands Gaue geblieben! Keine rauchgeschwärzten Trümmer und Mauern zeugen von der furchtbaren Wirkung der Geschosse der Riesengeschütze, keine dichte Häufung von Granattrichtern zeigt die Statte, wo einst blühende Städte und Dörfer gestanden haben, eine zerfallenden Schützengräben durchfurchen endlos das Land und erzählen von dem grausigen Ringen Mann gegen Mann unter und über der Erde, keine von tödlichen Gasen vergifteten Felder, auf denen keine Pflanze leben kann, haben die Stelle von mit goldenen Aehren bestandenen, fruchtbaren Aeckern eingenommen. Von den höllischen Gewalten der Vernichtung ist die deutsche Erde verschont geblieben. Friedlich und unberührt, überspannt von dem blauen Zelt des Himmels und durchleuchtet und erwärmt vom goldenen Strahl der Sonne liegt sie da zwischen den weissen Dünenketten des Strandes der Nord- und Ostsee und den Schneehäuptern der Alpen, zwischen den weiten, flachen, Nahrung spendenden Feldern der ostelbischen Ebene und den grünen Rebenhügeln des Rheins.

Dass dieser kostbare Schatz in unseren Händen geblieben ist, zeigt uns den Weg, den zu beschreiten uns bestimmt ist, zeigt uns die Pflicht, die wir zu erfüllen haben. Die deutsche Erde grüsst uns verheissungsvoll und ruft uns zur Arbeit. Arbeiten allein, arbeiten ohne Nachlassen der Kräfte, arbeiten ohne Grenzen von Raum und Zeit, arbeiten mit dem zielbewussten Streben, das uns Gebliebene zu erhalten und das Verlorene zurückzugewinnen, kann unser Eigentumsrecht am deutschen Boden uns bewahren und unantastbar machen.

„Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, Erwirb es, um es zu besitzen.“

Um diesem, jetzt so oft zitierten Dichterwort mit seiner ernsten Mahnung Erfüllung zu geben, müssen Reichsdeutsche und Ausländsdeutsche sich die Hand reichen. Denn unsere Arbeit ist unsäglich schwer in dieser Zeit der allgemeinen Not und der Auflösung aller ethischen und moralischen Begriffe, die die Welt aus ihren Fugen gehoben hat. Auf dass wir aber nicht ermüden und die Hände mutlos in den Schooss sinken lassen, müssen wir uns des vollen Wertes dessen, um dessen Besitz wir kämpfen und ringen, recht bewusst werden. Durch die innige Berührung mit dem Boden unseres teuren Vaterlandes werden sich unsere Kräfte stets wieder erneuern, wenn sie einmal zu erlahmen drohen.

Und darum sollen meine „Wanderungen durch deutsche Gaue“ allen denen, in deren Adern deutsches Blut rollt, zeigen, „was des Deutschen Vaterland ist“. Sie sollen beweisen, dass der Preis, der uns winkt, des Schweisses unserer Arbeit wert ist. Sie sollen unsere Freude an der Arbeit im Dienst des Vaterlandes wach erhalten und steigern.

So manche köstlichen Perlen von Gottes Schöpfung habe ich auf meinen weiten Wanderfahrten in der Welt mit eigenen Augen in Bewunderung schauen dürfen. Ich sah die Sonne aufgehen über den endlosen Buschsawannen und rötlichen Felsenbergen Südafrikas und sah ihre letzten Feuer verglühen auf den ewigen Schneefeldern der Gipfel der Bergriesen des Popocatepetl und des Ixtacihuatl. Ich durchquerte auf Pferdesrücken in hundert sterndurchglänzten Nächten die Dornenwälder des Hottentottenlandes, die Parklandschaften am grossen zum Zambesi fliessenden Omuramba und die Grassteppen der wasserlosen Kalahari. Ich durchstreifte mit dem Wanderstabe die früchteschweren Täler iles „Smaragdeilandes“ Madeira. Ich sah von der Höhe des Tafelberges mit seinen Schründen und jähen Abhängen die glasgrünen und glasblauen Wasser des indischen und des atlantischen Ozeans ineinander fliessen.

Ich lauschte von den Zinnen der Feste Cintra auf das Donnern der Brandung an den Felsen, wo der breite Strom des Tajo sich mit dem Weltmeer vermählt und horchte vom Rande des Steilufers auf das Brausen der in die Tiefe stürzenden Wassermassen der Niagarafälle. Ich sah die rotgelben Wellen der Wüste grell Umrissen leuchten im Strahl der am tiefen Dunkelblau des Himmels stehenden Sonne und sah sie weich verdämmern im Silbergeriesel des sternumkränzten Mondes.

Ich atmete den betäubenden Treibhausduft der geheimnisvollen Urwälder Monrovias und Mexikos wie die klare reine Luft der Hochebenen des schwarzen und des neuen Erdteils. Ich freute mich an der Farbenpracht des amphitheatralisch sich rundenden Häusermeeres von Lissabon und an dem sonnigen Hügelgelände des lebensfrohen Andalusien. Ich blickte von der „Giralda“, dem sagenumwobenen Turm der Kathedrale von Sevilla, herab auf das freundliche Bild des bunten Gewirrs der Gässchen und sich windenden und krümmenden engen Strassen der alten Maurenstadt mit ihren bizarren Häuschen und mittelalterlichen Palästen und liess mein Auge weithin schweifen von der schwindelnden Höhe des Riesen unter den amerikanischen Wolkenkratzern, des in Kathedralenform gebauten Woolworth-Gebäudes, über die gewaltigen Steinmassen und das hastende Menschengewimmel der Millionenstadt New York, der grössten und modenisten Stadt der Welt. So kann ich wohl aus vollem Herzen die Dichterworte mitempfinden:

„Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt,—“

Und doch—

Wenn ich alles Herrliche, das ich geschaut habe in Gottes Schöpfungsgarten, mit den Köstlichkeiten der Natur vergleiche, die unsere deutsche Heimat uns schenkt, so halten alle Wunder der Welt den Vergleich nicht aus. Und das ist nicht etwa ein durch die Liebe zur Heimat getrübtes Urteil. Ist nicht das grüne Dämmerlicht unserer deutschen Waldesdome mit ihrem melodischen Rauschen und Raunen und mit ihrem hellen Vogelsang unendlich viel schöner als alle exotische Pracht der Urwälder mit ihrem nur hin und wieder von schrillen Misstönen hässlicher Tiere durchgellten Todesschweigen? Hauchen nicht unsere fruchtbaren Felder mit ihrem kräftigen Schollenduft frischeres Leben aus als die grandiose gelbe Unendlichkeit der starren Steppen und Buschsawannen Afrikas und Amerikas? Sind nicht unsere sauberen, gepflegten Heimstätten, Höfe, Dörfer und Städte voll von einer einschmeichelnden Harmonie, die wir bei den modernen Bauwundern amerikanischer Technik vergebens suchen?

Wie viele unserer deutschen Landsleute mögen die Schönheiten ihres alten Vaterlandes in den langen Jahren ihres Lebens in der Fremde schon vergessen haben! Nur verschwommen noch steht das Bild der Heimat ihrer Väter vor ihren Augen. Darum will ich versuchen, dies Bild aufzufrischen und ihm neues Leben einzuhauchen, auf dass es bald wieder auf die melancholische Frage: „Was ist des Deutschen Vaterland?“ voll Zuversicht und frohen Mutes von deutschen Lippen schalle:

„Das ganze Deutschland soll es sein!“

Siehe auch:
Wir Deutsch-Amerikaner
Deutsch-Amerika
Die Deutsch-Amerikaner und das Kaiserreich
Gedanken ĂĽber die Zukunft des Deutschtums in Amerika
Wie das alte Ă–sterreich starb
Wie das alte Ă–sterreich starb II
Die Deutschen in Amerika
Die Deutschen in Amerika II
Eine Audienz bei Richard II. (Richard Strauss)
„Deutsch-Amerikas“ Mission
Schundromane auf dem Scheiterhaufen
Lincoln und das deutsche Element
Die Geschichte der Revolution
Der Aufbau Palästinas
Deutschland und der Weltfriede
Vaterland vor der Wiedergeburt
Das Schicksal der deutschen Kolonien
Der letzte Zar im Kreise seiner Familie
Krupp-Werk in Friedens-Arbeit
Die Wolkenburgen der neuen Welt
Deutschlands chemische Industrie in der Nachkriegszeit
Jerusalem die Heilige Stadt
Die Schwarzen Truppen in Deutschland
Schiffsmodelle als Zimmerschmuck
„Bismarck“-„Majestic“- der Meeresriese
Quer durch das neue Deutschland
Quer durch das neue Deutschland II
Quer durch das neue Deutschland III
Klein-Amerika in Ostpreussen
Die Hallo-Mädchen
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August Thyssen-Der Senior der Grubenbarone
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