Fritz Boehle

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

┬╗Kunst f├╝r das Volk zu schaffen┬ź

Dem Ged├Ąchtnis Fritz Boehle

Also ist es mit der Kunst: Nie darf ein einzelner Mensch auftreten und sprechen: Jetzt bringe ich sie euch, ich bin der Prometheus. Gro├če K├╝nstler der Vergangenheit waren nie Einzelg├Ąnger ; sie sind in Generationen gewachsen. Wenn man ganz gro├če Namen verehrungsvoll ausspricht, so meint man, genau genommen, drei bis vier Generationen, die vorher wachsen mu├čten, damit der Eine werden konnte.

Zum drittenmale habe ich dank der Opferwilligkeit des Herausgebers Gelegenheit, die Leser dieser Zeitschrift mit den Sch├Âpfungen des f├╝r die deutsche Kunst zufr├╝h verstorbenen Meisters Fritz Boehle vertraut zu machen. Das Januarheft 1915 war vorwiegend dem Graphiker gewidmet, bei den zahlreich beigegebenen Abbildungen wurde haupts├Ąchlich darauf gesehen, wenig bekannte Arbeiten zu bringen, die nur ganz vereinzelt den Weg aus den weitl├Ąufigen Arbeitsr├Ąumen des einsam Schaffenden fanden und die erst jetzt allm├Ąhlich den Kunstfreunden in einer m├Ą├čigen Anzahl von Drucken vorgelegt werden k├Ânnen. Sein Leben und Bildungsgang wurde bei dieser Gelegenheit in K├╝rze geschildert, in dem ├╝berraschend bald folgenden Nachruf im Dezember-Heft 1916 erhielt er seine Abrundung.

Bald nach dem Tode des K├╝nstlers veranstaltete der Frankfurter Kunstverein eine Ausstellung der erfa├čbaren Gem├Ąlde und Zeichnungen, die ihre Erg├Ąnzung in der noch jetzt zug├Ąngigen Ausstellung des graphischen Werkes und einer gro├čen Anzahl von Zeichnungen im St├Ądelschen Kunstinstitut fand. Aus dem reichen Nachla├č wurden einige Gem├Ąlde und die Gesamtzahl der im ÔÇ×St├Ądel“ ausgestellten Zeichnungen zur Verf├╝gung gestellt, wir haben dadurch zum erstenmal einen ├ťberblick ├╝ber das reiche und vielseitige Schaffen des K├╝nstlers gewonnen, es fehlt nur noch die Zug├Ąngig-machung seiner plastischen Sch├Âpfungen, bei der Beschaffenheit und Gr├Â├če des Materials ÔÇö auch gigantische Werke f├╝r ├Âffentliche Pl├Ątze finden sich darunter ÔÇö der derzeitigen Raumnot, von allen anderen N├Âten ganz zu schweigen, verbietet sich vorl├Ąufig die Erf├╝llung unserer dahin gehenden W├╝nsche. Hoffen wir, da├č in nicht allzu ferner Zeit die geplante und hinausgeschobene Ausstellung seines Gesamtwerkes zu Stande kommt, vorl├Ąufig wollen wir es bei einer R├╝ckschau ├╝ber die stattgehabte Ausstellung bewenden lassen.

Es sei gestattet, einige Worte ├╝ber das ├Ąu├čere Leben des K├╝nstlers einzuf├╝gen, wobei es vermieden ist, die zahlreichen ├╝ber den K├╝nstler umlaufenden Hist├Ârchen, die durch Weitererz├Ąhlen immer mehr ausgeschm├╝ckt wurden, an dieser Stelle wiederzugeben. Tatsache ist, da├č er Hochstehenden, wohlm├Âgenden Museumsdirektoren und ernsten Kunstfreunden nur ungern die T├╝r ├Âffnete, wenn er sie nicht gar vergebens pochen lie├č.

Hilfslos stand er gesch├Ąftlichen Dingen gegen├╝ber und nur ungern trennte er sich von seinen Sch├Âpfungen, an Ausstellungen sandte er ├╝berhaupt nichts, was auf solchen zu sehen war, stammte aus Privatbesitz. Sein Traum war es, gute Kunst f├╝r das Volk zu schaffen, er wollte gro├če Bl├Ątter entwerfen, die zu einem geringen Preis der Allgemeinheit zug├Ąngig w├Ąren, doch scheiterte dieses Streben an der Teilnahmslosigkeit der Menge und an den Schwierigkeiten, die dem Vertrieb so billiger Bl├Ątter entgegenstehen. Wir haben es zur Gen├╝ge im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte erlebt, wie alle derartigen Unternehmungen, trotz gr├Â├čter Opferfreudigkeit der Verleger, trotz aller Werbet├Ątigkeit der Volksbildner und Kunstapostel, entweder ein kl├Ągliches Ende nahmen oder m├╝hsam ihr Dasein fristen.

Nur in einer Weise gelang es ihm, seine Sch├Âpfungen weiteren Kreisen vorzuf├╝hren: durch die j├Ąhrliche Ausgabe von Wandkalendern, die Klinisch‘ Druckerei und Bindings Brauerei ihren Kunden darboten und f├╝r die Boehle die Zeichnungen entwarf. Namentlich Bindings Kalender fanden die weiteste Verbreitung und sie brachten einen Abglanz seiner Kunst auch in die verr├Ąucherte Wirtsstube und verliehen seinem Namen volkst├╝mlichen Klang, es war ÔÇ×unser BoehleÔÇť, wobei es den einfachen Mann besonders anheimelte, da├č ein solch gro├čer K├╝nstler als einer ihresgleichen in ├äpfelweinwirtschaften sa├č, mit vielem Behagen das ÔÇ×StoffcheÔÇť geno├č und Handk├Ąse dazu verzehrte.

Seine K├╝nstlerfahrten ├╝ber Land vollzog er auf einem kleinen Wagen, dem er sein Ro├č vorspannte, seine Hunde waren ihm treue Begleiter, f├╝r weitere Reisen ben├╝tzte er auch Main- und Rheink├Ąhne, die ihn bis nach Holland f├╝hrten. Auf diesen kleineren und gr├Â├čeren Ausfl├╝gen sammelte er Eindr├╝cke, die er nicht gleich an Ort und Stelle zu Papier brachte, sondern die erst nach einiger Zeit, ordentlich filtriert, Gestalt annahmen und die er dann auf die Leinwand oder aufs Papier bannte. Er hatte sich eigentlich um einige Jahrzehnte zur├╝ckgeschraubt, lebte noch in der Zeit der unregulierten Str├Âme, der Leinreiter und hat auch immer den Frankfurter Dom mit seiner alten Turmbekr├Ânung gemalt und gezeichnet.

In das Leben unserer Vorv├Ąter hat er sich liebevoll versenkt, alte Schl├Âsser, Burgen und St├Ądtchen veranla├čten ihn zu eingehenden Studien. Die hoch gepriesene Kultur unserer Zeit, von deren Vorhandensein wir innig ├╝berzeugt waren, und die uns so gro├čartig d├╝nkte, da├č wir die innere Gehaltlosigkeit unseres Lebens gar nicht inne wurden, verachtete er; allerdings stand er damit nicht ganz allein. Wenn wir uns das deutsche Leben zu Beginn des 15., das Holl├Ąndische um die Mitte des 17. Jahrhunderts vor Augen f├╝hren, dann sind wir freilich nur ÔÇ×Bettler und BarbarenÔÇť (Dehio).

Bis zum Jahre 1910 hatte er seine K├╝nstlerwerkst├Ątte in einemRiesensaal des weitr├Ąumigen, aber leider verwahrlosten Deutschherrenhauses in Sachsenhausen-Frankfurt, dort hatte ihm auch die Stadt Frankfurt f├╝r seine gro├čen plastischen Arbeiten ein eigenes Geb├Ąude geschaffen. Doch auch dies alles reichte nicht aus, um seine Sch├Âpfungen aufzunehmen und nun ging er daran, sich nach seinem Geschmack auf dem Sachsenh├Ąuser Berg ein eigenes Heim zu gr├╝nden, das er um das genannte Jahr bezog. Es gleicht einem Gutshof, dem auch nicht die vielerlei tierischen Bewohner eines solchen fehlen und hier wirkte er mit Feuereifer in den gro├čen ihm zur Verf├╝gung stehenden R├Ąumen, die sich aber schon bald mit Kunstgut aller Art f├╝llten. F├╝r den Hof schuf er einen Ziehbrunnen, an einer Mauerwand brachte er ein Bildwerk im Stile eines altdeutschen Epitaphs an, mit altem Ger├Ąt, Skulpturen und Gipsabg├╝ssen nach ihm lieb gewordenen Werken gro├čer K├╝nstler umgab er sich. Schon bald nach Ausbruch des V├Âlkerringens zeigten sich die Vorboten seiner Krankheit, die er aber mit eiserner Energie zu bannen suchte, um seinen zahlreichen Gesichten Gestalt und Form zu verleihen. Welch reiches Innenleben diesem K├╝nstler mit der rauhen Au├čenschale beschieden, werden wir erst allm├Ąhlich aus seinen Sch├Âpfungen herauslesen k├Ânnen.

Noch eine pers├Ânliche Erinnerung: mir wurde es nahe gelegt, ein beschreibendes Verzeichnis seines graphischen Werkes zusammenzustellen; obgleich ich derartigen Werken ├╝ber noch schaffende K├╝nstler selbst nicht gerade freundlich gegen├╝berstehe, da sie schon bei ihrer Ausgabe veraltet sind, war es eine lockende Aufgabe, denn die Arbeiten waren fast durchweg vergriffen und von Kunstfreunden und Sammlungen stark begehrt. Ich machte mich an die Arbeit und pochte durch einen ihm sehr nahestehenden Freund an, um die Hilfe des K├╝nstlers zu erbitten, der aber dies mit den Worten verweigerte: soll warten, bis ich gestorben bin. Ich, der ├ältere, lachte damals, ob dieser Antwort, denn ich mu├čte den in der Vollkraft der Jahre stehenden als den ├ťberlebenden ansehen, So ging denn das Werk ohne Zutun des K├╝nstlers in die Lande, und nun wird durch Erg├Ąnzungen und Berichtigungen die notwendige Vollst├Ąndigkeit zu erreichen erstrebt.

Um auf die Ausstellung zur├╝ckzukommen, will ich dieselbe, erl├Ąutert durch die beigegebenen Abbildungen, an unserem geistigen Auge vor├╝berziehen lassen, wobei ich auch einiger nicht veranschaulichter Werke gedenken mu├č.

Als fr├╝hestes Gem├Ąlde sahen wir von dem Achtzehnj├Ąhrigen das Leichenbeg├Ąngnis eines Geistlichen, bei dem einerseits das Wei├č der Gew├Ąnder der zahlreichen Geistlichen und der jungen M├Ądchen, andererseits das Schwarz der M├Ąnner in wirkungsvollem Gegensatz stand; von scharfer Beobachtung zeugte die Wiedergabe der Temperamente der Amtsbr├╝der des Verstorbenen, eine erstaunliche Leistung des jugendlichen K├╝nstlers, den wir dann 1892 und 1896 in zwei Selbstbildnissen begegnen, letzteres zeigt ihn im schwarzen Rock ├╝ber rotem Wams, die Pfeife im frischen Gesicht mit den hellblickenden Augen.

Den Hintergrund bildet ein gr├╝ner H├╝gel, der einige Bauernh├Ąuser tr├Ągt. Es f├Ąllt in die Schaffenszeit, die im Werk des K├╝nstlers durch Darstellungen aus dem Leben des Landmannes in seiner eigentlichen Heimat (Emmendingen in Baden) gekennzeichnet wird. Viel Bewunderung erregte das Bildnis seiner Mutter in hellem Kopftuch, gestellt in die Landschaft ihrer Heimat, vorwiegend in gr├╝nen und blauen T├Ânen gehalten, wie ├╝berhaupt seine Portr├Ąts eine ├ťberraschung der Ausstellung bildeten. Immer waren sie in eine f├╝r den Dargestellten charakteristische Umgebung gestellt und auch von ihrem Innenleben versp├╝rten wir mehr als einen Hauch. Bewunderungsw├╝rdig war die Kraft ihrer Augen und dies hatte unser K├╝nstler mit seinem gro├čen Vorg├Ąnger Leibi gemeinsam.

Allerdings bei Darstellung sch├Âner M├Ąnner und komplizierter Charakter versagte der Meister, wie dies schlagend das Bildnis des verstorbenen, gro├čz├╝gigen Frankfurter Oberb├╝rgermeisters Adickes zeigt, das noch dazu allzusehr an D├╝rers Holzschuher-Portr├Ąt erinnert. Es ist tief zu beklagen, da├č sich die beiden, Boehle und Adickes, wesensfremd gegen├╝berstanden; Frankfurt w├Ąre heute um manches gro├če Denkmal reicher.

Sachsenhausens weitber├╝hmten ├äpfelweinwirtschaften begegneten wir zweimal; wir finden auf denselben nur die Urtypen, G├Ąrtner und Schiffer. Die Fremden, die dieselben mit Vorliebe aufsuchen und dann sich etwas zu st├╝rmisch und ohne Kennerfreude den Gen├╝ssen hingeben, vermissen wir gerne. In einer frei behandelten Mainlandschaft mit Ankl├Ąngen an die durch Goethe bekannte Gerberm├╝hle f├╝hrt uns ein anderes Gem├Ąlde mit einem am Ufer liegenden Frachtschiff, rastenden Schiffern und Lastfuhrwerk; ├╝ber die Landschaft lastet Gewitterschw├╝le und in der dieser eigent├╝mlichen Beleuchtung hebt sich das altert├╝mliche gro├če Geb├Ąude wirkungsvoll von einer gro├čen Baumgruppe ab.

Aus dem gleichen Jahr stammt eine Flachlandschaft, ebenfalls mit anziehendem Gewitter, im Vordergr├╝nde ein Pfl├╝ger, der bei seinem hei├čenTageswerk sich und den schweren Arbeitspferden eine kurze Rast g├Ânnt. Friedliche Stille atmet der Sonntagsnachmittag in einem D├Ârfchen, im Vordergrund haben sich Bauer und B├Ąuerin niedergelassen, ihre wenigen m├╝├čigen Stunden mit Behagen genie├čend, weiter zur├╝ck sehen wir die Dorfstra├če mit Kirche und Bauernh├Ąusern. Noch einmal begegnen wir dem Meister selbst im besten Mannesalter im schattigen Wirtsgarten vor einem Tisch stehend, auf dem sich sein treuer ÔÇ×SepplÔÇť niedergelassen, die Pfeife im Munde, das Glas in der Rechten und vor sich den ├äpfelweinkrug, eines der wenigen Bilder, das seinen Weg in eine ausw├Ąrtige Gem├Ąldegalerie (Karlsruhe) fand. Erw├Ąhnt sei noch das 1893 entstandene Bildnis seines ehemaligen Studiengenossen und Freundes Wilhelm Altheim, das allerdings eher wie das Bildnis eines Jesuitenpaters anmutet und von der Genu├čfreudigkeit dieses ebenfalls zu fr├╝h verschiedenen, hochbegabten K├╝nstlers uns nichts verr├Ąt.

Leinenreiter, Karrenfuhrwerke, das ganze l├Ąndliche Leben ziehen an uns vor├╝ber, all die M├╝hsal des Landmannes und seine wenige Feierstunden geben ihm Stoffe f├╝r seine Darstellungen. Wie schon fr├╝her ausgef├╝hrt, wandte er sich dann auch wieder in vereinfachter Form der Darstellung von Rittern, jetzt sind es die Heiligen Georg und Martin, zu, oder Kompositionsstudien im Geiste Marees, dessen Werke er durch Hildebrand kennen lernte. Reisen nach Holland und Ober-Italien vermittelten ihm die Kenntnis der niederdeutschen Landschaft und der Kunst Mantegnas. Aus dieser sp├Ąteren Zeit bringen die Abbildungen den hl. Georg, eine der Hauptzierden der Frankfurter St├Ądtischen Galerie, die Jagd nach einem wei├čen Hirsch und weidende Pferde. Eine letzte gro├če Arbeit lernen wir in dem Schweinemarkt in Kirchhain kennen, zwar unvollendet geblieben, aber doch die Quintessenz seines hohen Liedes auf den Landmann.

Von den im Kunstverein ausgestellten Zeichnungen werden vier Blatt vorgef├╝hrt, meist Studien zu Radierungen, seine letzte Arbeit bildet das Kalenderblatt von 1917 f├╝r Klimsch’s Druckerei mit dem sinnenden Saturn, dessen Sense auch bald unseren K├╝nstler dahinm├Ąhte. ÔÇö Wenn wir noch einen R├╝ckblick auf das Schaffen des K├╝nstlers werfen, wird schon die Vielseitigkeit seiner gro├čen Begabung hier durch Wort und Bild gen├╝gend veranschaulicht sein. Boehle ging einsam, doch nicht unbeachtet seines Weges. Um die vielleicht f├╝nfundzwanzig verschiedenen Kunstrichtungen und -Anschauungen, die in den letzten zwei Jahrzehnten die V├Âlker begl├╝ckten, k├╝mmerte er sich gar nicht, sondern arbeitete mit Bienenflei├č an seiner Vervollkommnung weiter. Die gro├čen K├╝nstler l├Ąngst vergangener Zeiten waren ihm Vorbilder, doch wurde er dank seiner gro├čen Begabung nicht ihr Nachahmer; Gedankentiefe spricht aus seinen Bildern und Zeichnungen und wenn sie uns auch viel von dem Leben der Dargestellten erz├Ąhlen, so sind sie doch frei von Anekdotischem und ohne Pose. Seine Kunst war ihm kein Gesch├Ąft und wie schon erw├Ąhnt, trennte er sich nur schwer von seinen Werken, am schwersten durch Verkauf, er verschenkte lieber ein oder das andere an Freunde, die er damit f├╝r kleine Gef├Ąlligkeiten reich belohnte.

Mehr als all diese Worte werden die Abbildungen dem Kunstfreunde die Bedeutung und Eigenart des K├╝nstlers vor Augen f├╝hren und die schon zahlreiche Boehle – Gemeinde vermehren helfen.

Die Wiedergabe der hier vorgef├╝hrten Gem├Ąlde von Fritz Boehle erfolgt mit Genehmigung der Graphischen Gesellschaft Pick & Co. in M├╝nchen . . . Die Schriftleitung der ÔÇ×D.K. U. D.“

Also ist es mit der Kunst: Nie darf ein einzelner Mensch auftreten und sprechen: Jetzt bringe ich sie euch, ich bin der Prometheus. Gro├če K├╝nstler der Vergangenheit waren nie Einzelg├Ąnger ; sie sind in Generationen gewachsen. Wenn man ganz gro├če Namen verehrungsvoll ausspricht, so meint man, genau genommen, drei bis vier Generationen, die vorher wachsen mu├čten, damit der Eine werden konnte. Es ist nur eine Verk├╝rzungsbezeichnung, wenn man den Markantesten nennt, denn jeder, der ├╝berhaupt Kunst kennt und innerlich erlebt, wei├č, da├č es dem Einen gegeben wurde, die Ernte zu sammeln, andere aber haben vor ihm die B├Ąume gepflanzt, haben sie gepflegt und geschont. Es gab sogar wohl unter den anderen etliche, die viel treuer, viel tiefer vielleicht und feiner und idealistischer waren, als schlie├člich der, dem es zuf├Ąllt, da├č er der hohe Name geworden ist. Wie undankbar, wenn diejenigen, welche jetzt als unsere besten F├╝hrer gehalten werden, glauben wollten, sie w├Ąren nur einzeln und existieren f├╝r sich allein, wenn sie verg├Ą├čen, da├č sie gehoben und getragen werden durch eine allgemeine Str├Âmung und mitsinken, wenn die Str├Âmung sinkt. Die ganze Erziehungsaufgabe vonBestellern und Publikum und Arbeitern und alles sonst, was die K├╝nstler brauchen, um schaffen zu k├Ânnen, das ist nie nur eines Menschen Werk.

Verzeichnis der Abbildungen:
Fritz Boehle-Aufziehendes Gewitter
Fritz Boehle-Bauernpaar
Fritz Boehle-Feierabend
Fritz Boehle-Flusslandschaft mit Frachtschiff
Fritz Boehle-G├Ąrtner
Fritz Boehle-Heckenwirtschaft in Sachsenhausen
Fritz Boehle-Heimkehrende Bauern
Fritz Boehle-H├Âchst am Main
Fritz Boehle-Karrenfuhrwerk
Fritz Boehle-Kartoffelernte
Fritz Boehle-Mutter des K├╝nstlers
Fritz Boehle-Selbstbildnis
Fritz Boehle-Selbstbildnis II

Siehe auch:
M├╝nchener Kunstausstellung-Glaspalast 1927
Die Kunst und die Gegenwart
Die Lebensfrage der Kunst
Die Landschaft ist ein Seelenzustand
Vom Wert der Anschauung
Modernes Sammlertum
Zur Neuaufstellung des V├Âlkerkunde-Museums in M├╝nchen
Friedrich Stahl
Holzschnitte von Josef Weiss
Ein Kriegerdenkmal
Was ist Expressionismus?
Linie und Form in der Plastik
Der Tastsinn in der Kunst
Fritz Boehle
Ratschl├Ąge vorm Verkauf von Kunstbesitz
Waldemar R├Âsler
Franz Hoch
Silhouetten
Die Kunst nach dem Kriege
Ein Deutsches Ledermuseum
Heldenhaine und Ehrenhaine
Kriegs-Ged├Ąchtnis-Male
Kunstverst├Ąndnis-M├Âglichkeiten Einst und Jetzt
Lebenswerte der Kunst
Constantin Meunier-Denkmal der Arbeit
Die Anf├Ąnge einer neuen Architektur-Plastik
III. Deutsche Kunstgewerbe-Ausstellung
Neue Brunnen und Denkm├Ąler von Franz Metzner