Das Einfallen von Fremdvölkern ist äußerlich und lediglich ein Symptom des schon fortgeschrittenen inneren Zerfalls.

Taurec sagt

Das Einfallen von Fremdvölkern ist äußerlich und lediglich ein Symptom des schon fortgeschrittenen inneren Zerfalls. Dekadenz beginnt schon viel früher, in Rom spätestens im 1. Jahrhundert vor Christus, in Griechenland schon vor Alexander dem Großen. Invasionen und Völkerwanderungen stehen insofern am Ende des Untergangs und besiegeln ihn.
Nicht übersehen werden darf, daß im römischen Reich schon Jahrhunderte vor der Völkerwanderung durch massenhaften Sklavenimport und Geburtenschwund der Römer und Griechen (also der Träger der Antiken Kultur) bereits vergleichbare demographische Schieflagen erreicht waren wie im heutigen Europa.
Die Einwanderer nehmen äußerlich die Lebensgewohnheiten der Zivilisation an, ohne ihr innerlich anzugehören. In dem Maße, in den die Träger der untergehenden Kultur schwinden, sinken Lebensstandard, Bildung, geistige Höhe etc., bis ein Zustand vergleichbar der Spätantike entstanden ist, als auf dem Forum Romanum zwischen Ruinen Schafe weideten und die Menschen glaubten, das Kolosseum wäre von Göttern oder unbegreiflichen mythischen Urwesen erbaut worden. Die Kaiserpaläste waren aber noch bewohnbar und in ihnen regierten Herrscher, die mit Römern nichts mehr gemein hatten. Sie hatten römisch klingende Namen, trugen Toga, waren aber Nachfahren freigelassener Sklaven oder germanischer Feldherren.